Tier & Mensch e.V.
Erschütternde Misshandlungen von Affen im Tierversuchslabor
Wir wollen den Tieren helfen!
Die Firma Covance bei Münster ist das größte Auftragslabor Europas mit etwa 1000 Affen. Fünf Monate lang filmte dort heimlich ein Tierschützer. Er hatte sich als Pfleger anstellen lassen. Als die Dokumentation in der ZDF-Sendung "Frontal" gezeigt wurde, erfuhr die Öffendlichkeit, wie unwürdig und brutal der Umgang mit den hilflosen Tieren ist: Einzelhaft in winzigen Metallkäfigen, Misshandlungen durch die Angestellten und Verhaltensstörungen sind Routine! Unterstützt wird die Firma durch den Amtstierarzt und durch selbst beauftragte Gutachter. Sogar nun auch vom Landgericht Münster, das auf Antrag der Firma Covance unter Androhung einer hohen Strafe verboten hat, den Film weiterhin öffentlich zu zeigen, da die Aufnahmen rechtswidrig erlangt seien und dies einen "Eingriff in den Gewerbebetrieb" darstelle.
Bisher hat sich noch nichts für die Tiere verbessert, obwohl einige behördliche Maßnahmen eingeleitet wurden. Die Firma verweigert z.B. die von der Stadt geforderte Video-Überwachung, unterstellt den Tierschützern, den Film gefälscht zu haben und behauptet andererseits, die Filmaufnahmen zeigten alltägliche Situationen, wie sie in jedem Tierversuchslabor vorkämen.
Umso schlimmer! Würde das doch bedeuten, dass die bekannt gewordenen Missstände bei Covance nur die Spitze des Eisberges darstellen!
Die Nordrhein-Westfälische Umweltministerin Höhn hat die Schließung des Labors in die Wege geleitet, es ist jedoch sehr fraglich, ob das rechtlich durchsetzbar ist.
Wichtig ist es, öffentliches Interesse zu zeigen, z.B. durch Briefe!
K.Ulich Feb.2004
Aktion gegen grausame Tierversuche
6.März 2004 — ein trüber, verhangener Wintertag in Münster. Auf dem freien Platz vor Karstadt haben sich etwa 300 Tierschützer und Tierrechtler versammelt, um gegen die in der Stadt ansässige Firma COVANCE zu demonstrieren. Eine Gruppe von ihnen stellte im Straßentheater Szenen aus dem Laboralltag dar.
Der Demonstrationszug führte dann quer durch die Stadt zum Rathaus, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Einer der Redner betonte, dass nicht nur die Betreiber und die Experimentatoren in verbrecherische Aktivitäten verwickelt seien, sondern dass dieser Umstand ebenso auf die Münsteraner Stadtverwaltung und Justiz zuträfe. ("Verbrechen" hier nicht in juristischer, sondern moralischer Hinsicht).
Eine der Hauptursachen für die Existenz dieser grausamen, Leben vernichtenden Einrichtungen scheint mir einerseits in der Fantasielosigkeit der Bevölkerung - sowohl hinsichtlich der gedanklichen als auch ethischen Aspekte — andererseits in dem menschen- und tierverachtenden Ehrgeiz gewisser Wissenschaftler zu liegen. Es ist nun einmal bequemer, sich mit den Voraussetzungen und Folgen seiner Existenz nicht auseinander zu setzen. Ob diese Bequemlichkeit allerdings der eigenen und gesellschaftlichen Entwicklung — sieht man nur ein wenig über den Hühnerhofzaun hinaus - förderlich ist, darf tunlichst bezweifelt werden. "Nach uns die Sintflut" hat noch immer in die Sintflut geführt.
Manfred Schlüter März 2004
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