Tier & Mensch e.V.

Nicht im „Alleingang"?
Die Agrarlobby wird nervös
Diese abgegriffene Floskel fällt den Agrarmultis immer dann ein, wenn sie sich gegen Bestrebungen sträuben, die dem Tier und Umweltschutz dienen, aber ihren Geldbeutel bedroht. Sie wollen damit erreichen, dass solche Gesetze, wenn überhaupt, dann nur „europaweit" eingeführt werden, obwohl Deutschland den Willen und die Möglichkeit hätte, sie sofort zu beschließen. „Europaweit"  das bedeutet nämlich eine Jahrzehnte lange Verzögerung, die lediglich dem eigenen Profit dient.
So war es bei der Einführung des BlO-Siegels, so war es bei der Kälberhaltungsverordnung und bei der Käfighaltung der Legehennen. Natürlich weiß jeder was dahinter steckt, auch die Politiker. Trotzdem schämt sich der neue niedersächsische Landwirtschaftsminister Lindemann nicht, diese jämmerliche Formulierung zu benutzen, um sich gegen das von Frau Aigner angekündigte endgültige Verbot der Käfighaltung zu stellen: Man könne so etwas nicht im „Alleingang" beschließen. Erst wenige Wochen im Amt, und schon wissen wir nur allzu gut, auf welcher Seite er steht.
Überhaupt hat die nun entbrannte Debatte um den Tierschutz die Nutznießer dieser Tierquälerei in erhebliche Verlegenheit gebracht. Der Deutsche Bauernverband spricht von „populistischen Tierschutzthemen" und beklagt die „fehlgeleitete Tierschutzdebatte".
Warum aber blasen die Politiker in dasselbe Hörn? Der Brandenburger SPD-Abgeordnete Udo Folgart (vormals von seiner Partei als Landwirtschaftsminister vorgesehen) meinte, es handle sich um „Schnellschüsse", alles sei „vorschnell dahergesprochen und wahnsinnig aufgebauscht". Man könne das doch nicht „von heute auf morgen" ändern.
All solch hohles Geschwätz wird der Bevölkerung zugemutet, und das empfinden wir geradezu als Beleidigung.
EU. (März 2011)
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