Tier & Mensch e.V.

Aus für glückliche Kühe?
Wenn man durch die deutschen Lande fährt, dann sieht man nur noch selten Hühner oder Schweine in der Freiheit. Eher noch Schafe, die sogar mancherorts subventioniert werden, denn sie treiben Landschaftspflege.
Und man freut sich, wenn man glückliche Kühe auf der Weide sieht, z.B. in Norddeutschland oder in Bayern. Aber die Wiesen werden weniger, und damit nimmt auch die Zahl der Kühe ab. In Bayern z.B. ging der Grünlandanteil in den letzten 15 Jahren um ca. 17% zurück, zugunsten von Ackerflächen, auf denen "Energiepflanzen" wie z.B. Mais angebaut werden. Nicht etwa zur Ernährung, sondern für "erneuerbare Energie", also zum Autofahren mit Biosprit. Auch ist Mais ein guter Gülleschlucker.
Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, und die Landwirte werden gezwungen sein, ihre Milchkühe in immer größeren Betrieben in Laufställe einzusperren, damit die Milch nicht allzu teuer wird. Denn im Jahre 2015 sollen EU-weit die Milchquoten wegfallen. Und das geht zu Lasten der Kleinbauern.
In Nordrhein-Westfalen bekommen Bauern, die ihre Kühe noch frei grasen lassen, eine "Beweidungsprämie". Sie beträgt jährlich etwa 60 EURO pro Tier. Aber diese Zahlung soll auf Grund sinkender EU-Mittel im Jahre 2010 auslaufen. Der Staat Bayern lehnt eine solche Prämie generell ab mit der Begründung, dass der damit verbundene Verwaltungsaufwand zu hoch sei.
Im Allgäu allerdings werden die ca. 50.000 Rinder, die dort noch auf den Wiesen grasen dürfen, finanziell gefördert, um zu verhindern, dass die für den Tourismus wichtigen Almen zuwachsen. Hier handelt es sich aber weniger um Milchkühe, als vielmehr eher um Jungvieh, das später auch nur in die Ställe kommt.
Quelle: DIE ZEIT, Juni 07
zurück