Tier & Mensch e.V.

Gen-Food auf dem Vormarsch
Am 21. Februar hat das EU- „Komitee für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit" auf Empfehlung der Kommission beschlossen, dass künftig aus Drittländern importierte Futtermittel mit genmanipulierten Organismen (GVO) die nicht in der EU zugelassen sind, bis zu einem Promille kontaminiert sein dürfen. Frau Aigner hätte das verhindern können, beugte sich aber wieder einmal den Großkonzernen - eine bittere Enttäuschung für alle, die sich auf das Versprechen der CSU verlassen hatten, sich gegen die unkontrollierte Verbreitung genmanipulierter Pflanzen einzusetzen, eine große Niederlage für die Mehrheit der Bevölkerung, die es ablehnt, sich mit Gen-Food zu ernähren. Die Folgen sind unseres Erachtens gravierender als beim Dioxin-Skandal: Jetzt geht es um Legalisierung einer Kontamination, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Folgen sind unabsehbar, denn der Beschluss hat eine Türöffner-Funktion: mit einer allmählichen Erhöhung der Grenzwerte ist zu rechnen, im Übrigen kämpft die Industrie auch für die Aufhebung der Nulltoleranz bei Lebensmitteln. Hier ist bisher eine Verunreinigung von 0,9% mit in der EU zugelassenen GVOs erlaubt. Die Konzerne kämpfen ebenfalls gegen die Nulltoleranz beim Saatgut. Beim Saatgut bedeutet die Kontamination mit 0,1% immerhin bereits 100 Pflanzen pro Hektar! Das EU-Parlament könnte im Laufe von drei Monaten Einspruch erheben. Doch angesichts der konservativen Mehrheit ist nicht damit zu rechnen.
Campact hatte 77.000 Unterschriften für die Beibehaltung der Nulltoleranz gesammelt - lein deutliches Signal des Bürgerwillens. Campact ist ein großer Zusammenschluss kritischer, aktiver Bürger, dessen Aktionen wichtig und wirkungsvoll sind. Auch gegen Massentierhaltung engagiert sich Campact.
E.U. (März 2011)
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