Tier & Mensch e.V.

Tierschutzjugend besucht glückliche Schweine
Nun konnten wir eine richtig glückliche Schweinehaltung erleben, nachdem wir uns bei unserem letzten Treffen Gedanken darüber gemacht hatten, wie wir uns unser Lebens-Umfeld als Schwein wünschen würden: Da muss auf jeden Fall ein mit Stroh ausgelegter schützender, kuscheliger Stall da sein, bei dem man beliebig rein- und rauslaufen kann. Und eine große Wiese zum Spielen und Wühlen, darin schattige Bäume zum Ruhen und Schubbern, denn nach dem Suhlen im Schlammbad, das nicht fehlen darf, will man die Haut mit Behagen massieren.

Das alles fanden wir bei Familie Bernhard am Rande von Lindau! Muttersau Jolanda bewohnt mit ihren vier Kindern eine Obstbaumplantage, die sie gründlich umgegraben haben wie einen frisch gepflügten Acker. Ganz beeindruckt waren wir von dem Stall, der in einen Hügel hineingebaut ist und mit einem gemütlichen Heubett zur Nachtruhe einlädt.
Wir sahen zu, wie die hübschen rotbraunen Duroc-Schweine ihre Rüssel tief ins weiche Erdreich steckten und sie munter zur Seite schaufelten. Aber sie sahen auch zu, dass sie immer in unserer Nähe blieben oder bei den Herren Bernhard, die
Pfähle an der Hinterseite der Suhle einschlugen, damit sie nicht vom nachrutschenden Erdreich zugeschüttet werden kann. Denn sie sind sehr neugierig und wollen an allem teilhaben, was rund um sie vorgeht. Zwischendurch jagten sie sich verspielt im Schweinsgallopp durch die Plantage, ließen sich mit Äpfeln verwöhnen und machten dann ein kleines Nickerchen. Derweil wurden wir zu leckerem Kuchen und Apfelsaft im Sonnenschein eingeladen .

Aber auch diese jungen Schweine werden gehalten, weil Menschen ihr Fleisch essen wollen, und die Kinder dachten darüber nach, was wohl besser ist: Das Fleisch von Schweinen zu esse+n, die man kennen gelernt und fröhlich wie Hunde erlebt hat, oder lieber von unbekannten, die ihr Leben lang unglücklich und verzweifelt waren. Na, dann schon lieber gar keins! Aber für die Menschen, die auf Schweinefleisch nicht verzichten, ist das Fleisch dieser Tiere die richtige Alternative, denn sie erleben ein unbeschwertes, echtes Schweineleben, das auch einige Monate länger währt als das von den in engen Spaltenbodenboxen geschundenen Artgenossen. Auch werden sie niemals zum Schlachthof gebracht, sondern auf dem Hof ohne Angst und Stress betäubt und geschlachtet.
Es wäre auf jeden Fall viel besser, wenn die Menschen nur selten einmal Fleisch oder Wurst essen würden!
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