Tier & Mensch e.V.

Kaninchenmast  -  Der Gipfel der Heuchelei
Seit Jahrzehnten wird über die qualvolle Haltung der Mastkaninchen diskutiert, die durchaus der inzwischen verbotenen Käfighaltung der Legehennen vergleichbar ist. Es gab Studien, Untersuchungen und nicht zuletzt heftige Proteste der Tierschützer, z.B. das Netzwerk „Kaninchenmast, nein danke!", dem wir auch angehören. Wir haben schon oft darüber berichtet. Am 7. Juli 2010 brachte die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Ausschuss für Landwirtschaft des Bundestages einen Antrag ein, der eine Verbesserung der Haltungsbedingungen zum Ziele hat. Die Regierungskoalition lehnte es ab, dieses Thema überhaupt zu diskutieren. Man warte, so Staatssekretär Müller, auf die Auswertung weiterer „wissenschaftlicher Studien" und vertröstete auf den Herbst. Dabei liegt schon längst der Bericht eines von ihm initiierten Forschungsprojektes zur Kaninchenhaltung vor.
 Lesenswert die Begründung des MdB Peter Bläser (CDU):
"Für die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag nimmt der Tierschutz eine herausragende Stellung ein. Es ist bedauerlich, dass es der Opposition beim Tierschutz immer nur um publikumswirksame Anträge, nicht aber um Fortschritte in der Sache geht. Die Opposition lehnt es ab, ihre Anträge zur Haltung von Kaninchen zu verschieben und eine gemeinsame Position aller Fraktionen zu finden. Anträge ändern keine Haltungsbedingungen. Tierquälerische Haltung von Nutztieren ist bereits nach geltender Rechtslage verboten. Für die Unionsfraktion steht im Vordergrund, dass bestehende Missstände bei der Haftung von Mastkaninchen konkret angegangen und beseitigt werden. Deshalb unterstützen wir die Haltung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, erst nach Auswertung verschiedener Forschungsergebnisse spezifische Vorgaben für die Haltung von Mastkaninchen vorzulegen, die über die bereits vorhandenen Regelungen des Tierschutzgesetzes und der Nutztierhaltungsverordnung hinausgehen. Erst wenn wir konkrete Daten haben, macht die Erarbeitung von Haltungsvorgaben Sinn. Dies sollte auch die Opposition endlich einsehen."
Was soll man dazu sagen? Wir sagen: Das ist der Gipfel der Heuchelei!
Ernst Ulich (September 2010)
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