Tier & Mensch e.V.

Kontra Industrieschwein
Kampf in Haßleben geht weiter

Seit Jahren führen die Bewohner der Uckermark einen verzweifelten Kampf gegen das Vorhaben eines holländischen Investors, in Haßleben eine der größten Schweinemastanlagen in Deutschland zu errichten. Wir haben schon mehrmals darüber geschrieben. Es ist schon ein Erfolg der Bürgerinitiative „Kontra Industrieschwein“, dass sich das Genehmigungsverfahren so lange hinzog. Nun will der Unternehmer einen neuen Antrag einreichen, mit reduzierter Größe. Der Ausgang ist ungewiss. Zur Beurteilung der Situation muss man folgendes wissen:

1) In der EU wird zu viel Schweinefleisch produziert. Der Überschuss wird exportiert und mit 31,- € je 100kg subventioniert.

2) Also werden neue Mastanlagen errichtet (in Ostdeutschland allein an die 400.000 Mastplätze), damit die Subventionen eingestrichen werde können.

3) In den Niederlanden ist die Errichtung solch riesiger Anlagen verboten, also weicht man nach Deutschland aus.

4) Bei uns gibt es willige Helfer, die sich gern als Drücker bei den Behörden zur Verfügung stellen und dabei gut verdienen. Zum Beispiel der ehemalige Landwirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Helmut Rehhan (SPD). Gegen ihn allerdings läuft gerade ein Verfahren wegen Bestechung. Er soll der Bürgermeisterin von Mahlwinkel, wo ebenfalls eine Großanlage gebaut wird, 20.000 € gezahlt haben.

5) Die Genehmigungsbehörden entscheiden nicht nach Gesichtspunkten des Tierschutzes, sondern allein nach den vermuteten Emissionen, also Luftverschmutzung, Bodenbelastung, Auswirkungen auf Grundwasser und Wälder. Diese Dinge werden natürlich von den Investoren kleingeredet.

6) Man wirbt auch mit Schaffung neuer Arbeitsplätze. Wie viele sind es für 85.000 Schweine? 50 Stellen!

Wir zitieren Ernst Pries, einen der unermüdlichen Kämpfer gegen diesen Wahnsinn: „Es ist pervers: Die Natur wird beschädigt, obwohl es keinen Bedarf für Schweinefleisch gibt“.

E.U.

zurück