Tier & Mensch e.V.

Der Kuckuck - Vogel des Jahres
Auch weiterhin wird der Klimawandel ein wichtiges Thema sein. Indirekt ist auch der Kuckuck ein Opfer dieses Phänomens, der wegen seiner Gefährdung zum Vogel des Jahres 2008 ausgerufen wurde. In Deutschland gehen die Populationen schon seit Mitte der 60er Jahre zurück. Sie hat gebietsweise um 20 bis 30 Prozent abgenommen, am stärksten in Nordrhein-Westfalen.  Stabile Bestände werden nur noch in Osteuropa gezählt. Der scheue Zugvogel ist in Deutschland nur noch mit höchstens 100 000 Paaren vertreten. Neben dem Schwund seiner vielfältig strukturierten Hecken- und Waldlebensräume macht es ihm nämlich auch zu schaffen, dass der Frühling eher beginnt. Daher  beginnen etliche seiner Wirtsvögel, die sein Junges aufziehen sollen, früher mit der Brut, so dass  er nicht rechtzeitig aus seinem südafrikanischen Winterquartier heimkommt, um sein Ei dazwischen zu schmuggeln. Im Übrigen hungert er, wenn seine Nahrung, bestimmte haarige Raupen, bei seiner Ankunft bereits als Falter unterwegs sind. Die Großinsekten, auf die er vor allem spezialisiert ist, nehmen insgesamt wegen der Pestizide in Deutschland stark ab, aber auch in den Winterquartieren, wo z.B. die Heuschrecken ebenfalls mit Pestiziden bekämpft werden.
Wie schafft es nur Frau Kuckuck, ihr Ei in das Nest eines viel kleineren "Adoptivvogels", zum Beispiel in den im Schilf versteckten "Pfahlbau" eines Teichrohrsängers, zu schmuggeln? Neben dem richtigen Zeitpunkt, nämlich rechtzeitig zum Brutbeginn, muss ein Augenblick abgepasst werden, wo die Nestbesitzer gerade "außer Haus" sind. Ein Kuckucksweibchen legt seine 8 bis zehn  Eier nur in die Nester (je eins!) einer Vogelart, bei der sie selbst aufgezogen wurde. Im Laufe von Tausenden von Generationen hat sich das Ei in seiner Färbung dem Aussehen der Wirtseier angepasst, außerdem sind Kuckuckseier extrem klein. Da Mama Kuckuck alle bereits im Nest liegenden Eier hinauswirft, gelingt der Betrug meistens. Kuckuck kann nicht anders - und wir können helfen, indem wir die Lebensräume der Wirte sichern, vielleicht ruft es dann mal im eigenen Garten: "Kuckuck!".
Gerade mit dem Kuckuck, dessen Ruf jedes Kind kennt, lassen sich Naturschutzbotschaften besonders gut vermitteln. Es muss alles getan werden, damit dieser schöne Ruf weiterhin hierzulande zu hören ist.
Karin Ulich, Hans H. Gast
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