Tier & Mensch e.V.

Wie steht es um die Landwirtschaftspolitik?
Was hat die Koalition bisher für die Bauern bewirkt? Zahlreiche Verordnungen wurden durchgesetzt, die einigen wenigen Geschäftsleuten gewaltige Profite sichern, der großen Mehrzahl der Bauern aber massiv schaden. Durch die weitere Industrialisierung der Schweinehaltung und die erneute Legalisierung der Käfighaltung von Legehennen werden tausende von bäuerlichen Arbeitsplätzen vernichtet, denn mit 80.000 Mastschweinen in automatisierten Hallen oder hunderttausend Käfigplätzen in mehrstöckigen Batterieanlagen werden ein paar angelernte fachfremde Lohnarbeiter fertig. Verschärft wird die Lage durch das derzeitige Verbot der Freilandhaltung von Geflügel.
Und die Folgen werden sein, dass die Preise für tierische Produkte weiterhin fallen, gleichzeitig aber immer mehr Verbraucher sich mit Grausen von den Qualprodukten abwenden und Konsumverzicht üben. Zum Beispiel wird sich der Trend fortsetzen, dass die meisten Freilandeier aus dem Ausland kommen, denn in Deutschland trauen sich nur noch Optimisten, Freilandhaltung zu betreiben. Die ruinöse Vogelgrippepolitik zeigt, wo es lang geht: konsequent in Richtung Massentierhaltung, die bekanntlich die Brutstätte für Seuchen aller Art ist – und unglaubliche Tierquälerei außerdem.
Die Pläne, „grüne Gentechnik“ zu fördern und die Haftung für Schäden aufzuweichen, werden auch die Ackerbauern zu Leibeigenen der weltweit gnadenlos agierenden Konzerne machen - ein Zurück wird es nicht mehr geben können.
Es ist völlig unverständlich, dass der Vertreter des Bauernstandes, Bauernverbands-Präsident Sonnleitner, diese für die Bauern ruinöse Politik für gut befindet, und kürzlich mit großer Mehrheit wiedergewählt wurde.
Karin Ulich, Juli 06
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