Tier & Mensch e.V.

Alles Öko? – Nicht bei „Lichtblick“
Biogas fördert Massentierhaltung
 

Einen guten Ruf als „sauberer“ und „grüner“ Stromanbieter hatte sich „LichtBlick“ auch in der Szene der Naturschutz-Organisationen erworben und ist dabei mächtig gewachsen. Doch nun liegt ein düsterer Stein des Anstoßes im Wege: „Lichtblick“ ist in das Geschäft mit Biogas eingestiegen und suggeriert in seiner Werbung mit Weide und Kuh, dass die bäuerliche Landwirtschaft unterstützt würde. Doch das ist falsch: Die im Bau befindliche Biogasanlage in Jüterbog wird jährlich mit 24.500 Tonnen Schweinegülle (aus einer ebenfalls im Bau befindlichen 15.000 - Schweinemastanlage) und dem Ertrag von 2.000 Hektar Mais gefüttert. Intensiv mit Kunstdünger und Pestiziden angebauter Maissilage und die Gülle aus Schweinemastfabriken hat keinen überzeugenden CO2-Spareffekt, zumal auch Lachgas aus dem Kunstdünger eine Klima schädigende Wirkung hat, die 300x schädlicher ist als CO2. Dazu kommt der Unsinn, Schweine mit großen Mengen an Getreide zu füttern, teilweise aus Übersee und genmanipuliert. 

So wird die Genehmigung solcher Tierfabriken erst dadurch ermöglicht, dass sich jemand findet, der sich verpflichtet, die Gülle aus den riesengroßen Schweinmastanlagen abzunehmen.

Der Rubel rollt auf dieser Schiene: Acht weitere Biogas-Anlagen sollen in Brandenburg zu den bereits bestehenden 12 dazu kommen – alle gekoppelt an große Schweine- oder Rindermastanlagen.

So gehen Tierquälerei, Umweltschädigung und Biogas eine unheilvolle Allianz ein. Wollen denn die Kunden, die LichtBlick-Gas beziehen, Massentierhaltung und monotone Maisfelder unterstützen?

Karin Ulich (Mai 2008)

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Lichtblick auch schummelt. Diese Meldung ging am 11.6.08 durch alle Zeitungen. Bei gelegentlichem Strommangel musste „grauer Strom“, also Elektrizität aus Atom- oder Kohlekraftwerken, an der Strombörse zugekauft werden. Es handle sich nur um sehr kleine Mengen, sagte der Geschäftsführer Tschischwitz, und bei Engpässen sei ein solcher Zukauf ganz normal.
Ob das die 420.000 Haushalte auch so sehen, ist zu bezweifeln.
E.U. 

 

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