Tier & Mensch e.V.

Mut bewirkt Gutes
Viele Menschen möchten gern etwas für Tiere tun, wissen aber nicht, wie. Ein bisschen Zivilcourage ist nötig, sonst nichts.
 1) Einige Fallbeispiele aus der Landwirtschaft
Bei unseren Fahrten über Land haben wir öfters Tierquälereien festgestellt und uns nicht gescheut irgendwie einzugreifen. Manchmal führt ein Gespräch mit dem Tierhalter zum Erfolg. Oft ist es jedoch nötig, den Amtstierarzt einzuschalten. Gelegentlich haben wir auch Strafanzeige erstattet. Zum Glück gibt es auch Bauern, die sorgsam mit ihren Tieren umgehen.
Einige Beispiele, bei denen wir erfolgreich waren:
- Wir sahen Kälber in Iglus stehen, in der prallen Sonne bei 30 Grad, ohne Sonnenschutz, ohne Wasser.
- Kälber kurz angebunden auf Strohballen stehend, vorn eine Bretterwand, nach hinten können sie sich nicht bewegen. Kein Wasser trotz praller Sonne.
- Dauernde Anbindehaltung für Kühe und Rinder ohne Weidegang. Ställe oft dunkel und dreckig dicht besetzt, kein Grünfutter.
- Schreiende Rinder auf der Weide vor leeren Tränken.
- Kaninchengehege in der Hitze: Es fehlen Wasser und Sonnenschutz.
- Ein Bauer straft seinen Stier, indem er ihn so kurz anbindet, dass er sich erhängen würde, falls er sich hinlegen möchte (was schon mehrmals vorgekommen ist).
- Ein Hund apathisch im Auto in praller Sonne. Die Nachfrage in umliegenden Geschäften blieben erfolglos. So musste schließlich die Polizei gerufen werden, die die Scheibe einschlug.
- Verschiedene angefahrene Tiere haben wir zum Tierarzt gebracht. In der Regel berechnen die Tierärzte die Kosten nicht oder nur geringfügig. Gelegentlich konnte auch der Besitzer ausfindig gemacht werden.
Wenn man den Tierarzt informiert, sollte man nicht anonym bleiben.
Strafanzeigen bedeuten kein Risiko für den Erstatter!
Helga Semrau und und andere (September 2010)
 2) Mir blieb die Frage im Halse stecken
Ich war Schüler der 9. Klasse eines Gymnasiums, als ich ein Praktikum absolvieren sollte. Ich suchte mir eine Gaststätte aus, die mir gefiel. Ich wurde gut aufgenommen und erledigte meine Aufgaben gewissenhaft. Jedoch entdeckte ich, dass die Eier, die verwendet wurden, aus Käfighaltung stammten. Kuchen wurde in großen Mengen gebacken, und ich war enttäuscht zu erfahren, dass ich schon öfters Kuchen da gegessen hatte, ohne zu wissen, welche Eier da drin steckten. Jeden Tag nahm ich mir vor, die Chefin deswegen anzusprechen, und so kam mein letzter Arbeitstag. Ich nahm mir nun endgültig vor, dieses unangenehme Thema anzusprechen. Ich wollte zur Chefin sagen, warum verwenden Sie in dieser schönen Gaststätte Käfigeier? Wissen Sie nicht, dass dies mit Tierquälerei verbunden ist?
Beim Abschied lobte sie mich und überreichte mir ein großes Paket Kuchen. Mir blieb die Frage im Halse stecken. Ich war überwältigt von der Freundlichkeit, nahm das Geschenk an und trug es mit einem unguten Gefühl nach Hause. Keiner in meiner Familie wollte von diesem Kuchen essen.
Nach einigen Tagen ergab sich die Gelegenheit, dass meine Mutter die Chefin der Gaststätte sprechen konnte, um das Thema der Käfigeier zu aktualisieren. Was mir nicht gelungen war, das sollte jetzt den richtigen Augenblick gefunden haben. Die Chefin bedankte sich herzlich für den Hinweis und stellte noch am gleichen Tag die Bestellung der Eier auf Freilandhaltung um. Sie gab zu, aus Unwissenheit so gehandelt zu haben und bedankte sich später mit einem Kuchengeschenk, diesmal aber mit Eiern von glücklichen Hühnern - aus Freilandhaltung.
Konsti Bothe (September 2010)
Anmerkung: Da verarbeitete Eier nicht gekennzeichnet sein müssen, werden vor allem in Gaststätten, Bäckereien, sogar in den teuersten Hotels, noch die billigsten Eier verwendet. Der Gast weiß es ja nicht. Die Aktion „käfigfrei" der Albert-Schweitzer-Stiftung, der auch wir mit angehören, kümmert sich um dieses Problem.
Keine Eier in Gaststätten und Hotels!
zurück