Tier & Mensch e.V.
Noch immer Probleme mit der Eierkennzeichnung
Es ist erstaunlich, dass sogar Verbraucher, die die Tierquälerei ablehnen, noch immer Käfigeier kaufen, obwohl die Kennzeichnungspflicht seit Januar 2004 EU-weit verbindlich ist.
Inzwischen sollte doch jeder wissen: Die "3" als erste Ziffer des Stempels bedeutet Käfighaltung. Und auf den Kleinpackungen muss zusätzlich das Wort "KÄFIGHALTUNG" aufgedruckt sein. Bei lose angebotenen Eiern (z.B. Wochenmärkte) muss zusätzlich ein erklärendes Schild bei den Eierauslagen angebracht sein.
Kontrollen haben ergeben, dass diese Vorschriften noch immer nicht eingehalten werden. Noch gibt es Packungen, auf denen das Wort "Käfighaltung" fehlt. Und beim Loseangebot verzichten viele Eierhändler auf den zusätzlichen Hinweis, oder er wird so klein geschrieben, dass der Käufer ihn übersieht.
Beschwerden bei den Lebensmittelaufsichtsämtern haben unterschiedlichen Erfolg. Manchmal reagieren die Behörden (wie es ihre Pflicht ist), oft aber wird das Problem heruntergespielt, weil "Wichtigeres" zu tun ist.
Hier gilt wie immer und überall:
Je mehr Beschwerden kommen, umso eher ist ein Erfolg zu erwarten - zum Wohle der gequälten Tiere und der Gesundheit der Bürger.
Aber auch in der Kennzeichnungsverordnung gibt es noch Lücken:
1) "Verarbeitete" Eier müssen nicht gekennzeichnet sein. Dies gilt z.B. auch für gekochte und gefärbte Eier. Früher wurden sie nur vor Ostern angeboten, heute gibt es sie das ganze Jahr über und werden als "Hobby-Eier", „Party-Eier“ oder "Brotzeit-Eier" angeboten. Es handelt sich dabei ausschließlich um Käfigeier.
2) Eier, die der Erzeuger selbst vermarktet, müssen ebenfalls nicht gestempelt werden. Das ändert sich erst ab 1.7.05. Das bedeutet, dass z.B. auf Wochenmärkten Eierproduzenten ihre Käfigeier anbieten dürfen, ungestempelt. Dazu gehören auch die Eierautos, die durch manche Städte fahren, um an bestimmten Haltepunkten (also an der Haustür der Kunden) ihre Käfigeier ohne jede Kennzeichnung anbieten dürfen.
ALSO: HÄNDE WEG VON FARBIGEN EIERN!
KAUFT NICHT VON EIERAUTOS
KAUFT AUF WOCHENMÄRKTEN NUR VON AUSGEWIESENEN BIOBETRIEBEN!
E.U., August 04
Eierkennzeichnungsverordnung
Foto: CMA
Ab 1. Januar müssen auch die Käfigeier einzeln gekennzeichnet werden. Diese Regelung gilt EU-weit und auch für lose angebotene Eier.
Achten Sie auf die erste Ziffer des Stempels!
0=BIO; 1=Freiland (aber konventionelle Fütterung); 2= Bodenhaltung; 3= Käfighaltung
ALSO: KEIN EI MIT DREI!
Achtung: BIO-Eier sind nie Käfigeier
Achtung: Die billigen verpackten "Freilandeier" kommen oft aus recht fragwürdigen Haltungen.
Achtung: Direktverkäufer, die ihre Eier selbst verkaufen (z.B. auf Wochenmärkten), müssen vorläufig noch nicht stempeln. Auch sie können Käfigeier anbieten!
Achtung: Die Stempel sind manchmal ziemlich undeutlich, vor allem die "3" könnte verwaschen sein.
Achtung: Zusätzliche Angaben auf den Eiern (z.B. Legedatum, "Freiland", "BIO")sind weiterhin erlaubt.
Achtung: Manchmal werden lose ausgelegte Eier in falsche oder neutrale Kartons gepackt. Vorsicht ist immer geboten.
Erste Kontrollen in Berlin haben folgendes ergeben:
a) In einige Supermärkten haben die entsprechenden 10er-Packungen bereits den Aufdruck "Aus Käfighaltung". Die losen Eier sind ebenfalls entsprechend gestempelt.
b) In kleineren Geschäften (Bäckereien, Gemüseläden, Fleischereien) sind die Verkäufer oft ratlos, falls noch ungestempelte Eier verkauft werden. Käfigeier sind da extrem teuer!
c) Auf Wochenmärkten werden ebenfalls noch ungestempelte Eier angeboten. Das ist unstatthaft. Machen Sie die Verkäufer darauf aufmerksam!
d) Es ist durchaus möglich, die Behörden auf Missstände hinzuweisen. Zuständig sind die Gesundheitsämter der Bezirke. Bei offensichtlichem Betrug kann man auch Strafanzeige erstatten. In dem Falle ist es gut, wenn Zeugen benannt werden können.
ES GEHT UNS UM DEN TIERSCHUTZ
MERKE: Das Ei mit der "3" kommt aus Quälerei!
Packzettel für Eier aus Freilandhaltung im LOSEVERKAUF
Januar´04 E.Ulich
Weitere Informationen zu den Haltungsformen der Legehennen
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