Tier & Mensch e.V.
Neues vom Bodensee
Frühlingsaktionen in Lindau
Wie am 20. März, an dem die Fotos entstanden, wurden auch am 13. März die Lindauer und ihre Gäste am Rathaus in der Fußgängerzone über die Haltung von Geflügel, Kaninchen und anderen "Nutz"tieren informiert. Weitere Infostände fanden am 3., 10. und 30. April statt sowie am 8. Mai zum Bodensee-Kirchentag.
Außer verschiedenen Informationsschriften konnten die Passanten gekochte und mit Naturfarben gefärbte Freilandeier kaufen.
Viele sind erschüttert, wenn sie auf Fotos sehen, wie furchtbar es in der Massentierhaltung zugeht.
In Lindau haben wir 2004 bisher 7 Infostände durchgeführt, die auf reges Interesse stießen und von Tierfreunden dankbar angenommen wurden. Kein Wunder bei den sympathischen, sehr engagierten Tierschützern, bei denen ich mich auf diesem Wege herzlich bedanken möchte! Und so freue ich mich bereits auf den Stand beim Lindauer Stadtfest am 17. Juli, an dem wir zugunsten der Greifvogel-Pflegestation von Herrn Leitner in Memmeingen eine Tombola veranstalten - neben unseren aktuellen Informationen zu verschiedenen Tierschutzthemen. Danke auch allen, die mitgeholfen haben, Unterschriften zu sammeln.
Karin Ulich
Drei Siebenschläfer-Babies als Familienzuwachs
Tier des Jahres 2004 zu Gast bei den Ulichs
Ein recht intensives Erlebnis war die Siebenschläferaufzucht im letzten Sommer, die unsere Familie sehr beschäftigt hat, denn die drei kleinen Kerlchen hatten Tag und Nacht Hunger. Wie gut, dass die Kinder Ferien hatten! Florian hatte sie an einem der sehr heißen Tage Anfang August gegen Abend unter einer Tanne gefunden, sie waren noch blind. Erst als sie vier Tage später anfingen, die Augen zu öffnen und wie die Weltmeister zu klettern anfingen, merkten wir, dass die kleinen Welpenköpfchen nicht zu Wieseln gehörten!
Sie gediehen prächtig mit Katzenmilch (nein, nicht von gemolkenen Katzen, sondern für Katzen verträglich), brauchten aber alle zwei Stunden ihr Fläschchen - eine Spritze mit Fahrradventilschläuchlein als Sauger dran.
Als sie nach einer knappen Woche anfingen, Obst dazu zu essen, verlängerten wir die Abstände allmählich, bis sie nach 3 Wochen abgestillt wurden. Das war die Zeit, wo sie zunehmend Eicheln fraßen - ihre Hauptnahrung in der Natur. Ihr Freiheits- und Bewegungsdrang wurde immer größer, der große Degukäfig, den sie bewohnten, war ihnen viel zu langweilig. Einer rückte nachts durch eine kleine Ritze aus und verschwand auf Nimmer-Wiedersehen durch das geöffnete Fenster.
Die beiden anderen wurden nach etwa vier Wochen mit ihrem von Felix gebauten Holzhaus, das ähnlich einem Briefkasten oben unter dem Dach einen schlitzförmigen Eingang hat, an einer Eiche nahe dem Fundort in 6m Höhe angebracht. Dort beobachtete ich in der Dämmerung zunächst noch beide, später nur noch einen bis Anfang Oktober. Wir hoffen, er macht nun seinen Winterschlaf und taucht im Mai quicklebendig wieder auf. Wir haben diese zutraulichen, übermütigen Tierkinder sehr ins Herz geschlossen.
Januar ´04, Karin Ulich
Nachtrag zur Siebenschläfer-Story:
Die nächsten Bewohner im 7-Schläfer-Kasten war von März bis Mai eine Starenfamilie. Danach schien er unbewohnt zu sein. Aber am 24. Juli nahm ich in der späten Dämmerung eine Bewegung an der Eingangsöffnung wahr und sah genau hin: Da schauten die großen Augen mich interessiert an - wie im letzten Herbst! An seinem vertrauten Verhalten erkannte ich, dass es wirklich einer der aufgepäppelten Jungen war, denn er ließ sich weder durch meinen entzückten Wortschwall, noch durch mein dragonerhaftes Rufen nach dem Hund stören, der sich über die Wiese davon machen wollte. Nach einigen Minuten kletterte er behände aus dem Kasten und huschte den Eichenstamm hoch. Trotz Katzenmilch und Menschenaufzucht ist es zumindest einem der Drei gelungen, sein Leben in der Natur zu meistern! Oder ist es vielleicht eine „SIE“, die nun bald den Kasten zur Kinderstube umrüstet?
August ´04, Karin Ulich
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