Tier & Mensch e.V.
OFFENER BRIEF
an den Landwirtschaftsminister des Landes Niedersachsen Herrn Hans-Heinrich Ehlen
Gemeinsame Petition der Tierschutzvereine anlässlich des Tages der Tierschützer 2005 in Hannover
16.April 2005
Sehr geehrter Herr Minister Ehlen,
anlässlich des Tages der Tierschützer 2005 in Hannover appellieren wir an Sie, endlich die Missstände in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung wirksam zu bekämpfen. Wahrscheinlich wissen Sie, Herr Minister, besser als wir, wie furchtbar die Qualen in der Massentierhaltung sind, wie schädlich die Belastung von Luft und Boden durch Schadstoffe und Gülle sind, wie sehr die kleinen bäuerlichen Betriebe durch die riesigen Tierfabriken an den Rand gedrängt werden.
Leider spielt gerade Niedersachsen mit dem Widerstand gegen eine vernünftige Agrarwende eine unrühmliche Rolle. Die Haltung des Landes im Bundesrat ist das beste Beispiel. Der Kuhhandel um die Richtlinien zur Schweine- und Hühnerhaltung ist peinlich und beschämend. Es besteht der Eindruck, dass die Landesregierung dem immensen Druck der Tierfabrikanten immer wieder erliegt.
Die geringsten Verbesserungen, zum Beispiel in der Kälbermast oder in der Hühnerhaltung, müssen in endlosen, jahrelangen Kämpfen Stück für Stück dem Profitdenken der Großunternehmen abgerungen werden, obwohl jeder weiß, dass eine Wende hin zu einer natürlichen und gesunden Landwirtschaft unerlässlich ist. Der Betrug mit der angeblichen Dioxin-Belastung in Freilandeiern, dem auch Sie erlagen, ist nur ein Beispiel von vielen.
Bitte bedenken Sie, Herr Minister Ehlen, dass Tierschutz und Landwirtschaft keine Gegensätze sind. Es ist bekannt, dass die Erträge in der Landwirtschaft seit Jahren allgemein rückläufig sind, Im Gegensatz zu diesem allgemeinen Trend erzielen jedoch ökologisch arbeitende Betriebe mit artgerechter Tierhaltung stetig wachsende Erträge. Die wirtschaftlichen Belange der Bauern stehen also nicht im Gegensatz zum Tierschutz. Tierschutz ist vielmehr ein zentrales Thema, von dem Bauern, Verbraucher und die Tiere profitieren.
Herr Minister Ehlen, erkennen Sie die Zeichen der Zeit! Setzen Sie sich für eine gesunde Ländwirtschaft ein!
Bekämpfen Sie nicht weiter die vernünftigen Bestrebungen der Landwirtschaftsministerin Künast. Es ist höchste Zeit, das Ruder herumzureißen!
Die Unterschriften von 12 Tierschutz-Vereine, u.a. von "Tier & Mensch" wurden als Anlage mit überreicht.
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