Tier & Mensch e.V.

Der Pakt mit dem Panda

Anlässlich des 50. Geburtstages des WWF (World Wide Fund For Nature) strahlte die ARD am 22. Juni 2011 die WDR/SWR-Dokumentation „Der Pakt mit dem Panda" aus. In dem kritischen Beitrag von Wilfried Huismann (Journalist, Autor, Filmemacher und dreifacher Grimme-Preis-Träger) werden die Abkommen und Kooperationen des WWF unter die Lupe genommen. Während die meisten NGOs keine oder eher unerhebliche Wirtschaftsspenden entgegennehmen, erhält der WWF Großspenden von Unternehmen, die gleichzeitig der Umwelt schaden. Zudem wird dem WWF vorgeworfen, in enger Zusammenarbeit mit großen Konzernen wie Monsanto oder Wilmar International (weltgrößter Palmölproduzent) zu stehen und mit Nachhaltigkeits-Zertifikaten einen „modernen Ablasshandel" zu betreiben. Der WWF sitzt am so genannten „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl" (RSPO), den er selbst mit initiiert hatte, mit dem Ziel, den Anbau nachhaltigen Palmöls zu fördern. Allerdings wird dies stark kritisiert, da nachhaltiger Anbau von Palmöl kaum möglich sei und der Verbraucher durch Greenwashing getäuscht werde. Als erschreckendes Beispiel zeigt der Film, wie in Borneo 1400 Hektar Urwald zu Palmölplantagen umgewandelt wurden. Für die Orang Utans wurden nur 80 Hektar durch den WWF gerettet. Schon im Vorfeld hatte der WWF vergeblich versucht, die Ausstrahlung von „Der Pakt mit dem Panda" durch rechtliche Schritte zu verhindern. Auf die einzelnen Kritikpunkte des Films geht der WWF in einem „Faktencheck" ein, den man online einsehen kann.

Kürzlich geriet der WWF in die Kritik der Albert-Schweitzer-Stiftung: In seinem aktuellen Fischratgeber wird vom Fischgenuss nicht abgeraten oder wenigstens ein Überdenken des Fischkonsums gefordert, sondern in erster Linie auf Bio- und Umweltsiegel aufmerksam gemacht, und es werden Arten
empfohlen, die zurzeit noch nicht gefährdet sind.

Der „Pakt mit dem Panda“ ist bei youtube im Internet zu sehen.

Felix Ulich

Nachtrag: Einer neuen EU-Studie (02/12) zufolge belastet Biosprit das Klima oft stärker als fossile Brennstoffe.

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