Viele Pelztiere leiden noch - ungeachtet des geltenden Käfigverbots


Deutschland regt sich mit Recht fürchterlich auf, weil etliche EU-Länder immer noch die alten Käfigbatterien für Legehennen dulden, die seit dem 1. Januar 2012 verboten sind, nachdem die 12 Jahre währende Übergangsfrist nun endlich ausgelaufen ist.

Doch vor der eigenen Haustür gäbe es auch allerhand zu kehren: Seit dem 12. Dezember 2011 dürfen Pelztiere in Deutschland nicht mehr in den bisher verwendeten kleinen Drahtkäfigen gehalten werden (bisher 0,27 m² pro Nerz!), sondern müssen viel mehr Platz zur Verfügung haben: Pro Nerz ist zum Beispiel 1 m² vorgesehen. Die Halter hatten seit 2006 Zeit, umzurüsten. Noch letztes Jahr wurden in Deutschland 400 000 Pelztiere getötet. Zwölf Farmen wurden zum Jahresende geschlossen, mindestens acht machten weiter wie bisher – und halten mehrere 10 000 Tiere! Die Veterinärämter reagieren unterschiedlich: Es wurden Schließungen angeordnet, Fristverlängerungen für die Umstellung gewährt oder Gerichtsverfahren abgewartet. Denn einige Betreiber der illegalen tierquälerischen Käfige klagen gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung. Dazu gehören zwei Nerzfarmen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit jeweils einigen Tausend Tieren. Ihre Nerze seien Haus- und keine Wildtiere, daher sei die bisherige Haltungsform „artgerecht“. Leben auf 0,27 m² Drahtgitter – artgerecht?

Quelle: ZDF-Magazin WISO, 06.02.12 u. Vier Pfoten e.V.


Der Arbeitskrreis „humaner Tierschutz e.V. bemüht sich zusammen mit dem mutigen und unbeugsamen Undercover-Journalisten Jan Peifer, die noch bestehenden illegalen Pelzfarmen in Deutschland aufzuspüren und anzuzeigen. Am 21. Februar hat der „Arbeitskreis humaner Tierschutz“ gegen drei illegale Nerzhaltungen Strafanzeigen gestellt. Auch das Veterinäramt, das nicht eingeschritten ist, wurde angezeigt.
Zwei dieser Nerz-Farmen in Nordrhein-Westfalen, eine Farm in Gütersloh, (die jedem Nerz nur 0,3m² Drahtgitter als Lebensraum gewährt) und eine in Borken, hatten parallel dazu gegen die Umsetzungspflicht der neuen VO geklagt und am 9. März vor dem Verwaltungsgericht Münster verloren: Die Klage wurde abgewiesen.
Ende März wurde die letzte existierende gesetzwidrige Nerz-Qualfarm in Brandenburg aufgespürt, dokumentiert und der Skandal öffentlich gemacht. Einige Medien berichteten.

Quelle:
Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. c/o Deutsches Tierschutzbüro An Groß Sankt Martin 6 Köln
www.arbeitskreis-tierschutz.de

 
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