Tier & Mensch e.V.

 
Aktion gegen die grüne Gentechnik
Im September fanden in mehreren deutschen Städten Protestaktionen gegen die grüne Gentechnik statt. In Berlin beteiligte sich "Tier & Mensch" mit dem folgenden Flugblatt:
Bürgerinnen und Bürger
Wehrt Euch gegen die Vergewaltigung der Natur!
Wir sind Gegner auch der "Grünen Gentechnik", denn sie dient lediglich dazu, den Ehrgeiz der Forscher und die unersättliche Gier der weltweiten Nahrungsmittelkonzerne zu befriedigen - und das auf Kosten unserer Steuergelder.
Es ist eine Lüge, wenn behauptet wird, die Gentechnik sei nur eine andere Form der Züchtung, die seit Jahrtausenden betrieben wird. Nein, die Gentechnik ist ein Eingriff in die Zellkerne unterschiedlicher Arten, und das kann nur der Mensch. 
Es ist eine Lüge, wenn man sagt, die Ernährung der Menschheit sei nur mit Hilfe der Gentechnik zu gewährleisten. Solange die Hälfte der weltweit erzeugten Pflanzennahrung an unsere Nutztiere verfuttert wird, damit wir maßlose Fleischportionen vertilgen können, müssen die armen Völker in den Entwicklungsländern hungern.
Es ist eine Lüge, wenn Wissenschaftler beteuern, ihnen läge nur das Wohl der Menschen am Herzen. Es gibt natürlich auch solche. Doch die bekannt gewordenen Eifersüchteleien, Betrügereien und Fälschungen in der Zellforschung beweisen das Gegenteil. Die Sucht nach Ruhm und die Vorgaben der Industrie treiben sie - da ist kein Halten mehr!
Es ist völlig klar: Mit der Amflora-Kartoffel fangt es an, mit dem geklonten Menschen hört es auf. Dann aber endgültig!
Grüne Gentechnik
.....   macht Bio-Anbau unmöglich, denn die Pollen
verbreiten sich weit in der Natur.
.......zwingt Imker zur Aufgabe
.......macht  ganze  Landstriche   unbrauchbar,   weil
Gift-resistente Unkräuter entstehen
.....stürzt   Bauern   in   ruinöse   Abhängigkeit   von
Konzernen
......lässt Nutztiere als Forschungsobjekte noch mehr
leiden. Nur die Rendite der Aktionäre zählt.
Und die Politiker? Sie beugen sich wieder einmal dem Druck von Forschung und Wirtschaft - entgegen dem eindeutigen Willen der Bevölkerung.
Das Recht auf Leben steht der Schöpfung zu
und nicht den Forschungsabteilungen
einzelner Konzerne
(Bayerns Umweltminister Söder)
Die Politik muss der Gier der Konzerne auf Lebewesen  endlich Grenzen setzen 
(R. Schaber, Bundesverband deutscher Milchviehhalter) 
E.U.
 
Kampf gegen Gen-Anbau

Das Land Brandenburg genießt den zweifelhaften Ruhm, mehr als die Hälfte des gesamten Anbaus von gentechnisch verändertem Mais in Deutschland zu besitzen. Der Saatgutproduzent Monsanto hat für 2007 etwa 2000 Hektar angemeldet. Nun organisiert sich der Widerstand. In Deutsch Borg wurde unter der Leitung des Biobauern Rottstock die Initiative „FläminGENfrei“ gegründet, der sich außer Pilzzüchtern und Hotels auch Imker angeschlossen haben. Denn auch Honig könnte durch genveränderte Pollen verunreinigt und damit unverkäuflich werden.
So ist z.Z. der Landkreis Fläming genfrei, ebenso wie der Spreewald, nachdem ein Bauer in Luckau seinen Antrag auf Anbau von 14ha Genmais auf Grund zahlreicher Proteste zurückgezogen hat.
Es ist zur Genüge bekannt, dass die große Mehrheit der Deutschen Gennahrung ablehnt, und es ist bedauerlich, dass trotzdem unsere Nutztiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden dürfen, ohne dass dies bisher gekennzeichnet werden muss.
Inzwischen hat das Bundeskabinett ein "Eckpunktepapier" zum Gentechnikgesetz verabschiedet, das nach Ansicht des BUND als Vorstufe für ein "Gentechnik-Durchmarsch-Gesetz" anzusehen ist. Es geht dabei hauptsächlich um die Haftung für Schäden, die durch gentechnische Verunreinigungen von Ernten verursacht werden. "Seehofer und das gesamte Bundeskabinett unterstützen eine Minderheit, die der Agro - Gentechnik zum Durchbruch verhelfen wolle - gegen den Wunsch der Mehrheit, die keine Gentechnik auf Feldern und Tellern wünscht."
Das neue Gentechnik- Gesetz

*Einerseits: Ab 1. Mai 08 wird es erlaubt sein, tierische Produkte mit dem Vermerk „OHNE GENTECHNIK" zu kennzeichnen, wenn die Tiere nicht mit genmanipuliertem Getreide oder Soja gefüttert wurden. Das war bisher verboten.
* Andererseits: Die Abstandsregelung ist unbefriedigend: Gen-Felder müssen zu konventionellen Feldern 150m, zu Bio-Anbau 300m Abstand einhalten. Durch Wind, Menschen oder Tiere werden Pollen jedoch unkontrolliert sehr viel weiter verschleppt! Im Übrigen dürfen Bauern nach Absprachen untereinander die Abstände unterschreiten!
Die Haftungsregeln sind ebenfalls unbefriedigend Erst ab einer Verunreinigung ab 0,9% wird entschädigt, auch wenn bei geringerer Kontaminierung der Bauer wirtschaftlich geschädigt wird.
Dazu Georg Janssen, (Arbeitsgem. Bäuerliche Landwirtschaft):
„Der Haftungsanspruch bleibt für die meisten zu erwartenden Schadensfälle ungeklärt. Anstatt per Gesetz sicher zu stellen, dass für jeglichen Schaden ab Vermarktungsausfall - und das ist in der Praxis maximal 0,1 % GVO-Verunreinigung - auch gehaftet wird, werden die betroffenen Bauern im Regen stehen gelassen. Zudem werden die Mehrkosten für Trennung und Analysen denjenigen aufgebürdet, die auf gentechnikfreie Produktion setzen, anstatt die Gentechnik-Anwender in die Kostenpflicht zu nehmen."
Die AbL fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel anderer EU-Staaten wie Österreich, Ungarn, Polen, Griechenland, Slowakei und Frankreich zu folgen und die Aussaat von GVO-Mais zu verbieten.
Imker werden im Gesetz überhaupt nicht berücksichtigt und sehen sich, gerade auch nach den Erfahrungen mit der jüngsten Rechtsprechung, stark benachteiligt.
Mehr unter: www.keine-gentechnik.de
Probleme mit Genpollen
Imker beklagen sich
Der Deutsche Berufsimkerbund in Königswinter hat Landwirtschaftsminister Seehofer mit dem "Schwarzen Pinsel" bedacht.
Ursache für diese Rüge ist Seehofers Entwurf zur Änderung des Gentechnikgesetzes. Er schließt nicht aus, dass Honig mit Pollen genmanipulierter Feldfrüchte verunreinigt wird.
Imker haben bereits seit zwei Jahren große Probleme mit "Genpollen". So wurde 2005 im Honig eines Imkers aus Donau-Ries (Bayern) Pollen von gentechnisch verändertem Mais festgestellt. Als 2007 in 1500 bis 2200m Entfernung von seinem Bienenhaus entfernt auf einem staatlichen Versuchsacker des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums der umstrittene Gen-Mais MON 810 angebaut wurde, klagte er. Das Verwaltungsgericht Augsburg entschied am 4. Mai, dass die Landwirtschaftsverwaltung die Maispflanzen entweder vor der Blüte ernten oder die Pollenfahnen abschneiden müsse. Denn Honig, der Pollen von gentechnisch veränderten Organismen enthalte, sei ein gentechnisch verändertes Lebensmittel im Sinne der Verordnung der EU und daher weder verkehrsfähig noch verbrauchsfähig. Daher werde der Imker in seinen Rechten auf Schutz seiner Gesundheit und in seinem Recht auf gentechnikfreie Wirtschaftsweise verletzt. Die Landwirtschaftsverwaltung wurde also aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der Imkereiprodukte zu treffen.
Doch es blieb nicht beim "Happy-End". Die Bayerische Staatsregierung wehrte sich gegen das Urteil, indem sie Berufung beim Bayerischen Verfassungsgericht einlegte. Und dieses kassierte das Augsburger Urteil nach kurzer Zeit und ließ der MON810-Blüte freien Lauf.
Bereits das Verwaltungsgericht in Frankfurt(Oder) hatte in einem Urteil dem Blütenpollen abgesprochen, "eigenständige Organismen" zu sein und damit geleugnet, dass Honig nach den europäischen Verbraucherschutz-Vorschriften durch genmanipulierten Pollen als verunreinigt gelten müsse.
Wir sehen in dieser Interpretation eine haarsträubende Rechtsverdrehung!
Karin Ulich
Einige weitere Neuigkeiten von der "Gen-Front":
Übrigens hat Frankreich inzwischen (13.1. 2008) den Anbau und Einsatz von MON 810-Mais wegen Gesundheitsbedenken verboten. Ein Regierungsausschuss hatte ernste Bedenken geäußert, weil der genmanipulierte Mais negative Folgen auf Tier- und Pflanzenwelt habe und sich weiter verbreitete als ursprünglich angenommen. Eine Schutzklausel der EU ermöglicht das Verbot. Sie wird auch in Österreich, Ungarn und anderen EU-Mitgliedern angewendet.
Im Gegensatz dazu drängt übrigens die EU-Agrar-Kommissarin Mariann Fischer Boel darauf, Gentechnik in der EU durch schnellere Genehmigung genveränderter Organismen zu fördern.
Das Spiel mit den Lebewesen geht also weiter, ebenso der Kampf gegen Goliath - oder wie soll man die Macht der Konzerne sonst nennen?
Karin Ulich
zurück