Tier & Mensch e.V.
Eine merkwürdige Schwanenfamilie
Seit mehreren Jahren haben wir am Schwielowsee immer wieder ein Schwanenpaar beobachtet, das keine Nachkommen hat. Stattdessen wird es ständig von einer Graugans begleitet, die längst erwachsen ist. Trotzdem wird sie auf Grund ihres grauen Gefieders vom Schwanenpaar als nicht erwachsen angesehen und noch immer wie ein Baby behandelt.
Als Grund für dieses seltsame Verhalten können wir nur vermuten, dass sich die Graugans als Küken in die Schwanenfamilie hineingeschmuggelt hat und als Junges mit aufgezogen wurde. Wie wir wissen, sind auch Schwanenküken zunächst grau, so dass die Eltern den Fremdling nicht erkannt haben. Als die Schwanenkinder schließlich weiß und flügge wurden, blieb die Graugans auf Grund ihrer Prägung auf die Schwaneneltern als "Kind" zurück und wurde weiterhin wegen ihrer grauen Farbe so behandelt. Warum aber hat sich die Graugans nicht schon längst davongemacht? Gänse sind Gruppentiere und brauchen immer Gesellschaft. Schwäne dagegen leben in Einehe, und sie bekommen so lange keinen Nachwuchs, wie ein vermeintliches Kind zu versorgen ist. Jahr für Jahr sind wir gespannt, ob wir diese merkwürdige Familie weiterhin antreffen werden.
Roswitha Bothe

Auch in diesem Sommer ist die merkwürdige Schwanenfamilie mit der „adoptierten“ Graugans unterwegs. Wer mal nach Caputh kommt (vielleicht, um das Einsteinhaus zu besuchen), kann sie vielleicht am Ufer entdecken.
Juni 05

Anmerkung: Jeder, der die Natur regelmäßig beobachtet, könnte ähnliche Erlebnisse beschreiben. Wir verweisen auf unsere Beiträge von der glücklichen Schweinefamilie und von den Siebenschläfern. Wer schickt uns eine nette Geschichte zu?
(T&M), Nov. O4
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