Tier & Mensch e.V.
Unfassbare Qualen bei der Putenmast
Millionen Deutsche wurden Augenzeuge

Am 9. September 2004 wurde in "Monitor", ARD, an vier grausigen Beispielen aus Bayern gezeigt, wie es bei der Putenmast zugeht. Die Aufnahmen wurden in der Region Höhenrain bei München gemacht. Aus dieser Gegend bezieht der große Putenfleischanbieter "Höhenrain" von 49 Haltern die Puten.
Es waren Aufnahmen von einer Vielzahl toter Tiere zu sehen, auf denen die lebenden herumstiegen oder die sie bepickten. Professor Dr. Sambraus, ein Experte der industriellen Tierhaltung, betonte das langsame, qualvolle Sterben der Tiere und die Infektionsgefahr, die von den toten Tieren ausgeht.
Es wurden auch lebende Puten gefilmt, die schwerste Verletzungen, sogar zerstörte Augen aufwiesen. Denn trotz gekürzter Schnäbel hacken sie sich gegenseitig blutig, aus Frust und Stress, bedingt durch Enge und mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten. Professor Sambraus erklärte dieses Fehlverhalten als Folge der Massentierhaltung. Er wies auf das große Infektionsrisiko hin. Auch die schweren, oft tödlichen Herz- und Kreislaufkrankheiten dieser "Turbo-Masttiere" waren an den blaurot verfärbten Köpfen zu erkennen.
Eine weitere Folge dieser Mast, bei der die Puten in einem Drittel der normalen Zeit auf das dreifache des natürlichen Gewichts gemästet werden: Die verkrüppelten Gelenke, die ein schmerzloses Leben und normales Gehen unmöglich machen. Die Tierärztin Karin Ulich, engagiertes Mitglied bei "Tier & Mensch", kommentierte das so: Die weit überzüchteten Puten sind dreimal so schwer wie ihre wilden Vorfahren, und die Brust ist auf das Vierfache gezüchtet, so dass die Tiere nach vorne gedrückt werden. Daraus folgt, dass die Knie- und Oberschenkelgelenke nicht richtig sitzen . Sie sind entzündet und nur unter größten Schmerzen können die Tiere stehen oder laufen - wenn überhaupt!
Sie wies darauf hin, dass diese überzüchteten Tiere die Regel in den Mastställen seien, obwohl dies nach dem Tierschutzgesetz verboten ist und überhaupt nicht geben dürfte! Auch Professor Sambraus betonte, dass es sich um einen eindeutigen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handele.
Wir fragen: Warum werden die Mastställe nicht von den Amtstierärzten kontrolliert? Warum wird in Deutschland das Tierschutzgesetz so katastrophal missachtet?
Die Zustände sind ja schließlich nicht nur in Bayern so haarsträubend, und nicht nur bei den Puten, sondern auch bei Masthühnern, Enten, Schweinen.
Tragen Sie dazu bei, dass es besser wird:
- Schreiben Sie an Ihr Kreis-Veterinäramt oder an die Landesregierung!
- Fordern Sie, dass die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei den Nutztierhaltern aufgedeckt und beendet werden!
- Fragen Sie, wie oft bisher die Ställe kontrolliert wurden und wie Verstöße bestraft werden!
K.Ulich September 04
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