Tier & Mensch e.V.

Der Wahnsinn der Fleischproduktion

Wir ersticken in Fleisch. Es ist billig wie nie, und nirgendwo so preiswert wie bei uns. Wir können uns Gammelfleisch leisten. Tausende Tonnen müssen „entsorgt" werden, ohne dass sich das auch nur im Geringsten auf den Preis auswirkt. Wir importieren Fleisch, wir exportieren Fleisch. Und das alles wird noch subventioniert. Und das ist noch nicht genug: Überall, vor allem in Niedersachsen und Ostdeutschland, entstehen neue Mastanlagen für Geflügel und Schweine. Wozu das alles? Deutschland, bereits Weltmeister im Export von Maschinen und Technologie, will auch Weltmeister im Export von Fleisch werden? Weltmeister in Tierquälerei und Umweltverpestung?
Krankheitskeime: Und falls uns Tierquälerei und Umwelt egal sein sollten - wie sieht es mit unserer Gesundheit aus? Ein großer Teil unserer Bevölkerung, besonders auch die Jugend, ist übergewichtig. Täglich kommen Fleischprodukte in die Billigläden, die mit Krankheitskeimen infiziert sind. Jährlich werden Hunderttausende von Lebensmittelvergiftungen bei Menschen festgestellt. Besonders Geflügelfleisch ist Träger von Campylobakter und Salmonellen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlichte die Ergebnisse einer Untersuchung an Masthühnern: In Deutschland sind 62% der untersuchten Schlachtkörper mit Campylobakter und 18% mit Salmonellen verseucht. Wäre es nicht dringend geboten, die Bevölkerung zu warnen? Allenfalls ermahnt man die Verbraucher, Sauberkeit in der Küche walten zu lassen. Was aber tut unsere Regierung?
Emslandisierung:
Unsere Regierung tut nichts. Unsere Regierung guckt zu, wie weitere Tierfabriken entstehen, wie der Überfluss an Fleisch weiter zunimmt. Zum Beispiel soll in Wietze (Landkreis Celle) ein riesiger Geflügelschlachthof entstehen, in dem am Ende 2,6 Millionen Hühner pro Woche geschlachtet werden. Diese Hühner aber sind noch gar nicht da, sie müssen erst noch produziert werden. Dafür sind 400 neue Mastställe für insgesamt 16 Millionen Hühner nötig, mit der Kapazität von je 39.999 Tieren. Diese Zahl ist wichtig, denn ab 40.000 wäre ein aufwändiges Genehmigungsverfahren nötig, das man auf diese Weise umgehen kann. Im Umkreis von etwa 100km sollen diese Betriebe entstehen - es droht eine „Emslandisierung". Die Bewohner in dieser Gegend sind aufgebracht. Überall, nicht nur in Wietze, bilden sich Bürgerinitiativen, z.B. in Denkte, Hämelerwald, Eschede, Lachendorf, wo engagierte Bürger mit Demos, Protesten, Infoständen, Unterschriften und Eingaben verzweifelt versuchen, diesen Irrsinn zu stoppen.
Demo gegen Schweinefabriken: Seit Jahren kämpfen die Bürger in der Uckermark gegen den geplanten Schweinernastbetrieb in Haßleben. Wir haben darüber mehrfach berichtet. Zunächst waren 85.000 Tiere vorgesehen, dann wollte sich der Investor mit 60.000 begnügen. Noch ist endgültig nichts entschieden. Deshalb wollen AbL und BUND am 12. Juni eine große Demonstration durchführen, an der wir uns beteiligen werden. Vielleicht lässt sich doch noch das Schlimmste verhüten.
FAO empfiehlt Fleischsteuer: Sogar die Welternährungsorganisation (FAO) empfiehlt in ihrem Jahresbericht vom 18. Februar 2010 – was wir schon lange fordern - eine Besteuerung der Fleischproduktion, da für die Haltung von Nutztieren weltweit ein großer Anteil der Ressourcen verbraucht wird. Zudem verursacht sie 18% aller Treibhausgasemissionen. Durch die Besteuerung würden die Kosten der durch die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern verursachten Umweltverschmutzung nicht länger von der Allgemeinheit, sondern von den Verursachern selbst getragen werden.
Tierfreundliche Ernährung sehr wohl möglich! Es ist durchaus nicht nötig, resigniert und mit schlechtem Gewissen tierische Produkte zu kaufen in der Annahme, es ginge eben nicht anders, da eine gesunde pflanzliche Ernährung zu kompliziert sei. Das aber ist nicht so. Es gibt genug Alternativen zu den gewohnten tierischen Produkten, und es wird viele überraschen, wie einfach die Umstellung auf pflanzliche Kost ist. 
Lassen Sie sich inspirieren durch das V-Heft, herausgegeben von „Die Tierfreunde e.V.“ In der Hubach 60, in 57080 Siegen, Tel.:0271-30320810 
Maria Groß, Karin Ulich, Ernst Ulich Juni 2010

Wir haben dieses empfehlenswerte Heft in größerer Anzahl vorrätig und schicken es Ihnen gern kostenlos zu. Und dabei gleich einige weiten Materialien oder Handzettel -- falls Sie es wünschen. Melden Sie sich bitte beim Geschäftsführer.

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