Tier & Mensch e.V.
WEGWERFKÜHE
-Anmerkungen zur Überproduktion von Milch-
„Die Mengen müssen runter!" beklagt die Milchwirtschaft. Diesen Wunsch könnte wohl auch so manche Milchkuh ausstoßen. Denn die unfassbar hohe Milchleistung von mehr als 6000 Litern pro Kuh stellt nicht nur eine überaus große Belastung für die Kühe dar, sondern macht die Tiere auch sehr schnell krank. Der Stoffwechsel wird damit überfordert. So wird eine Kuh in heutiger Zeit durchschnittlich nicht mehr als fünf Jahre alt, während sie unter normalen Umständen fast 20 Jahre lang leben und Milch geben könnte. Gegen diese Ausbeutung, die zu „Wegwerfkühen" führt, könnte man einiges unternehmen, und dann würden auch die Milchüberschüsse schwinden. In einigen Ländern ist bereits das Kraftfutter besteuert, das aus Getreide und - oft genmanipuliertem - Soja besteht und zumeist aus Nord- und Südamerika importiert wird. Eine normale Kuh kann jedoch allein mit Gras gesund ernährt werden. Dann gibt sie allerdings viel weniger Milch, bleibt aber lange gesund und braucht selten den Tierarzt. Kühe sollten auch nicht so häufig gedeckt werden, dass sie jedes Jahr ein Kalb werfen. Einige Monate länger zuwarten, würde die Kuh schonen - und natürlich weniger Milchleistung zur Folge haben. Im Übrigen werden ohnehin leider viel zu viele Kälber geboren, die dann verkauft und durch Europa gekarrt werden müssen, um in Massenmastställen gemästet und zum Teil später nach weiterem Terrortransport im Libanon geschlachtet zu werden. Der einzelne Bauer hier zu Lande kann an diesen Zuständen nicht viel ändern, ohne dabei zu riskieren, dass er seinen eigenen Betrieb zu Grunde richtet. Gefragt sind hier tatsächlich die Politiker - und ganz besonders auch die Verbraucher, die aufhören müssen, sich durch den Kauf von Billigprodukten an dem Kesseltreiben gegen Landwirtschaft und Nutztiere schuldig zumachen.
Karin Ulich Mai 05
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