„Flugenten“ im Elend –

was plant Lindemann?

 

Moschusenten (auch Barbarie- oder Warzenenten genannt) stammen ursprünglich aus Seen und Flüssen amerikanischer Wälder.

Als „Flugenten“ werden sie und ihre Kreuzungen mit Pekingenten im Handel angeboten.

Der Begriff ist genauso (be)trügerisch, wie die Tarnung von Legekäfigen als „Kleingruppenhaltung“, denn die Enten werden zu Tausenden zusammengepfercht in Hallen gemästet – von Fliegen kann keine Rede sein unter diesen Umständen bei den überzüchteten  Turbomasttieren! Anfang Juli widmete „Report Mainz“ diesem Skandal einen erschütternden Beitrag. Schmutzig hocken bis zu neun Tiere pro m² ihr kurzes Leben lang auf Gitterrosten oder Einstreu, die im Laufe der Zeit zunehmend verkotet und damit feucht und ätzend wird. Das führt zu Wunden und Infektionen. Mehrfache Antibiotika-Gaben sind unumgänglich. Normalerweise leben Moschusenten in sehr kleinen Gruppen und haben ein ausge­präg­tes Revierverhalten. Folge des sozialen Stresses in den „Intensivhaltungen“ sind Aggressionen. Diese werden durch routine­mä­ßiges Verstümmeln der Schnabelspitzen unterbunden, was verboten ist. Bisher hieß das Schlupfloch „Sondergenehmigung“.

Diese Haltung widerspricht so eklatant dem Tierschutzgesetz dass nun der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann die Stallmast dieser Entenart verbieten will, in­dem ab 2013 das Schnabelkürzen nicht mehr geduldet werden soll. Darauf kann bei der Massen­haltung von Moschusenten nicht verzichtet werden. Niedersachsen ist die Hochburg dieser Qual­haltungen, die es gar nicht geben dürfte. Lindemann will nun mit den Tierhaltern, (den Verursachern der Qual), gemeinsam über die Haltung anderer Entenarten entscheiden. Da alle Enten Wassertiere sind, muss wohl mit der Fortsetzung von Tierquälerei in großem Stil gerechnet werden.                                  Karin Ulich

 

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