Grüne Woche 2012 in Berlin:

Die nicht nachlassende Kritik durch Ärzte, Bauern, Bürger und Organisationen an den weitreichenden, verheerenden Folgen durch die Agro-Industrie für Menschen, Tiere, Natur und Umwelt zeigt zunehmend Präsenz in den Medien und lassen auch Lobby und Politiker nicht ganz kalt. Dazu hat auch die sehr große Demonstration „Wir haben es satt“ vom 21. Januar 2012 mit etwa 23 000 Teilnehmern beigetragen. Die Spannung war auf der Grünen Woche greifbar.

EU-Landwirtschaftskommissar Cioloș folgte der Einladung des Bündnisses „Meine Landwirtschaft“, die für die Organisation der Demo  „Wir haben es satt“ gesorgt hat und stellte sich den Fragen der Verbände. Er ermutigte die Gegner der Agrar-Indus­trie, standhaft zu sein und mit Kritik nicht nachzulassen. Im Gegensatz zu Landwirtschaftsministerin Aigner, die sich nicht schämte, die Demonstranten mehrfach als „von vorgestern“ zu diffamieren, sind ihm die Probleme der Agrarindustrie offenbar bewusst. Doch sein Handlungsspielraum scheint äußerst begrenzt, er setzt auf einen langsamen Wandel und vertröstet auf die Zukunft. Ihm wird auch äußerst heftig aus Deutschland zugesetzt: Agro-Lobbyist Sonnleitner, der Präsident des Deutschen und des Europäischen Bauernverbands ist und sein gefügiges Mädel Ilse Aigner, die als deutsche Landwirtschaftsminister eine große Verantwortung wahrnehmen müsste, versuchen, ganz im Sinne der Agrar-Konzerne, die richtigen Ansätze aus dem Entwurf der künftigen EU-Subventions-Richtlinie zu kippen.. Cioloș plant, wenigstens einen Teil der Beihilfen an die Anzahl der Arbeitskräfte eines Betriebes zu binden und die Brache von 7% des Bodens vorzuschreiben, damit der Mutterboden sich wenigstens teilweise regenerieren kann. Diese kleinen Verbesserungen dürfen nicht auch noch gestrichen werden – der Zerstörung der Lebensgrundlagen müssen dringend Grenzen gesetzt werden!


 

zurück