Jahresbericht Lindau 2013

 

Unsere monatlichen Arbeitstreffen waren stets gut besucht und dienten dem Erfahrungsaustausch über Höfe und Angebote von empfehlenswerten Produkten in der näheren Umgebung und der Diskussion über aktuelle Ereignisse. Manchmal sahen wir Filme zu Tier- und Umweltschutzthemen. Natürlich dienten die Treffen auch der Planung von Aktivitäten. Denn wir machten neben einigen Hofbesichtigungen zusammen mit Kindern insgesamt acht Mahnwachen, sechs Infostände und mehrere von uns nahmen an verschiedenen Demonstrationen teil: In Berlin waren einige von uns natürlich bei der großen Demo „Wir haben es satt“, in Bregenz gegen die Zulassung von Gensaat und –produkten in der EU, in Donauwörth gegen den Industrie-Schweinestall von Straathoff mit dabei. Zusätzlich fanden unser jährlicher Flohmarktstand und die Tombola für die Greifvogelpflegestation in Memmingen mit erfreulichen Ergebnissen statt. Bei unseren Unternehmungen unter freiem Himmel war uns überdurchschnittlich oft das Wetter wohl gesonnen – wie wichtig das ist, wissen wir aus langjähriger Erfahrung mit Sturm, Regen und Eiseskälte!

Unsere weihnachtliche Lichterdemo für die Tiere am 21.12. war allerdings nicht so groß, wie ich erwartet hatte: Mit neun Teilnehmern war es eher eine wandelnde Mahnwache – besser als nichts, denke ich.

Bei allen Aktivitäten bemerkten wir eine zunehmend positive Veränderung: Immer mehr Menschen erklären uns, dass sie mit uns übereinstimmen, viele sagen, sie lebten vegetarisch, und neuerdings gibt es auch jedes Mal Passanten, die sich vegan ernähren. Diese Entwicklung ermutigt uns, und wir hoffen, dass sie sich beschleunigt fortsetzt, denn anders kann der konträre Weg der Politik nicht aufgehalten werden.

Ein wichtiger Informationsweg sind übrigens Leserbriefe. Einige aus unserem Kreis wurden veröffentlicht. Weniger erfolgreich war die Resonanz auf mit viel Mühe formulierte Briefe an Politiker, die entweder gar nicht oder ausweichend beantwortet wurden. Über die Initiative gegen skandalöse Kuhställe, zum Beispiel, hatten wir ja in Heft 50 berichtet.

Aus dem alljährlichen Tierschutzunterricht bei den 5. Klassen des Valentin-Heider-Gymnasiums hat sich eine Tierschutzjugendgruppe herauskristallisiert, die sich nun wöchentlich trifft. Die fünf Schülerinnen sind mit großem Eifer bei der Arbeit, kennen sich inzwischen bei einigen Tierschutzthemen sehr gut aus und möchten auch verstärkt Öffentlichkeitsarbeit machen. Es ist klasse, wie viele Menschen aller Generationen aus Lindau und Umland mit viel Herzblut den Tieren helfen wollen, die wehrlos der Profitgier oder Gedankenlosigkeit der Menschen ausgesetzt sind!

 Karin Ulich

Aktiv in Lindau

Wollen Sie bei unseren Infoständen, Mahnwachen und anderen Aktivitäten mitmachen? Bei unseren Treffen und Hofbesichtigungen dabei sein?      

Dann wenden Sie sich an: Karin Ulich, Tel: 08389-577

Grüne Woche 2014

Warum Minister Friedrich lachte

 

Auf seinen Presseterminen anlässlich der Grünen Woche wurden die politischen Konturen des nunmehr bereits ehemaligen Landwirtschaftsministers Friedrich deutlich: Er plante den weiteren Ausbau des Exportes von Landwirtschaftsprodukten. Der Tierprodukte, natürlich. Das wurde erst klar, als ich nachfragte. Die damit zusammenhängenden schwerwiegenden Folgeprobleme wollte er „im Dialog“ lösen, beschwichtigte er. Tierschutz war für ihn kein Thema, er hatte nur wirtschaftliche Aspekte im interna­tionalen Wettbewerb im Auge. Als Bauernverbandspräsident Rukwied beim Messerundgang behauptete: „Es gibt keine Massentierhaltung“, lachte Friedrich – warum wohl?

Auch den Natur- und Umweltschutz nahm er nicht ernst. Er war er fest entschlossen, auf ökologischen Vorrangflächen Pestizide zuzulassen. Nur über Menge und Art der Gifte würde man noch diskutieren: „Man muss den kranken Pflanzen ja helfen“, erklärte er. Für ganz Naive!

Der Ausbau der Agrar-Industrie war also die eindeutige Marschrichtung von Politik und Wirtschaft auch auf dieser Grünen Woche. Doch das blieb nicht ohne Widerspruch. Neben zahlreichen kritischen Fragen gab es auch deutlichen Protest: Während der feierlichen Eröffnung am Freitag wurden vor der großen Presseschar und Friedrichs und Rukwieds Nasen Transparente entrollt mit Bildern aus Ställen der Massentierhaltung und der Aufforderung: „Hinsehen statt wegsehen“. Tierrechtler der mutigen Tierrechtsorganisation „Deutsches Tierschutzbüro e.V.“ waren mit diesen Transparenten zu ihm vorgedrungen.

In der Halle der Konzerne, auf dem „Erlebnisbauernhof“ gab es dann die nächste „Regiepanne“: Da stand ein Schweinetransporter mit der Aufschrift: „Wir transportieren Tierschutz“, und der wurde während des Eröffnungsrundgangs von zwei Aktivisten der Gruppe „Grüne Woche demaskieren“ besetzt. Es dauerte lange – fast eine Stunde - bis Polizei und Sicherheitskräfte die beiden mit einer Hebebühne abgeholt und wieder das gewohnte Pseudo-Idyll hergestellt hatten. 

Am Samstag wurde von Aktivisten derselben Gruppe „Grüne Woche demaskieren“ nach einer waghalsigen Kletterpartie ein Riesenbanner am Funkturm gegen die Agrar-Industrie aufgehängt: „Bloß nicht genau hinsehen“, stand drauf.

Das größte Gewicht hatte jedoch die Demo „Wir haben Agrarindustrie satt“. Die mehr als 30 000 Teilnehmer aus vielen verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel Tierschutz, bäuerliche Landwirt­schaft, Imkerei, Umwelt- und Naturschutz, äußerten mit viel Phantasie und Farben ihre Forderungen. Wir von Tier & Mensch e.V. verteilten Tausende unserer Flyer, ganz besonders den über „die Folgen der Massentierhaltung“.

Das tat ich auch mehrfach vor dem S-Bahnausgang bei den Messehallen. Einmal beobachtete mich eine Rentnerin. Dann erklärte sie mir, dass es sinnlos sei. Früher habe sie im Gesundheitswesen gearbeitet und viele Demonstrationen mitgemacht – aber im Endeffekt erfolglos. Schließlich sagte ich: „Entmutigen Sie mich doch bitte nicht!“ Da zog sie sich kurz zurück, bevor sie sich wieder an mich wandte: „Solange ich auf meine Freundin warte, kann ich ja mitmachen – geben Sie mal paar her! Und sie half mir, Flyer zu verteilen. Sie holte noch zweimal Nachschub, bevor ihre Freundin kam. Sie kriegte auch gleich einen!                                      Karin Ulich

 

Die Hintergründe des Genmais-Skandals

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU / CSU und SPD steht folgender Satz: „Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an.“ Und doch enthielt sich Deutschland bei der Abstimmunbg im EU-Ministerrat der Stimme und ermöglichte damit die künftige Zulassung der genveränderten Maissorte 1507 („Herkulex“) des US-Herstellers DuPont – Pioneer. Wie konnte es dazu kommen?             

Die Minister der Bundesregierung konnten sich im Kabinett nicht einigen, obwohl der damalige Landwirtschaftsminister Friedrich gegen die Zulassung war. Die CDU-Minister aber und vor allem Bundeskanzlerin Merkel waren dafür. Die Geschäftsordnung der Bundesregierung sieht bei fehlender Einigung eine Stimmenthaltung vor. Also war der Europastaatsminister Roth (SPD) gezwungen, in Brüssel entsprechend zu handeln. Auch innerhalb der EU waren die Meinungen geteilt: Großbritannien, Spanien und Schweden waren für die Zulassung, andere, angeführt von Frankreich, Österreich, Italien stimmten für ein Verbot. Neben Deutschland enthielten sich Portugal, Tschechien und Belgien der Stimme. So lag die endgültige Entscheidung in den Händen des Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissars Tonio Borg (Malta). Der hatte bereits erklärt, er werde eine Genehmigung erteilen. Das Europaparlament hatte ein Verbot gefordert. Es kritisierte die Entscheidung heftig.  Auch die CSU poltert und will regionale Anbauverbote möglich machen. Doch die „Ausstiegsklausel“ verlangt den Nachweis, dass der Mais die Gesundheit und Umwelt gefährdet. Es gibt zwar entsprechende Studien. Erst kürzlich zeigte die ARD die katastrophalen Folgen des großflächigen Anbaus in Brasilien in einem erschütternden Film. Doch das rührt die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA nicht. Sie empfiehlt den Anbau dieses gegen das Herbizid Glufosinat resistenten und Gift strotzenden Genmaises, obwohl sie selbst einräumt, dass neben Schädlingen auch andere Schmetterlinge vergiftet werden. Denn Lobbyisten der Genkonzerne haben die EFSA soweit unterwandert, dass sie ihre Interessen offenbar erfolgreich durchsetzen.    Ernst Ulich

Das HühnerMobil

 

 

Auf der Grünen Woche in Berlin bot die Biohalle einen ganz besonders erfreulichen Lichtblick: Zwischen Fichten scharrten vergnügt Freilandhen­nen in einem großzügigen Gehege  und gingen in ihrem freundlichen Stall ein und aus: Das Hühner­Mobil der Fam. Weiland gewährleistet die perfekte Hühnerhaltung. Nicht umsonst ist das Projekt preis­gekrönt! Es ist Träger des Förderprei­ses Ökologi­scher Landbau, sowie Hessen-Cham­pions-Gewin­ner 2013 in der Kategorie Innovation.

Dieser Stall lässt sich problemlos mit dem Traktor von einer Weide zur nächsten ziehen, was wöchent­lich, spätestens alle zwei Wochen nötig ist. So kann sich die abgegraste Fläche regenerieren, bis acht Wochen später die Hühner­schar zurückkommt. Auf diese Weise lassen sich Probleme mit Parasiten ver­meiden, die bei ständig genutzten, nassen, kah­len Flächen oft auftreten. Auch haben die Hühner stets gesundes Grünfutter, und das schmeckt man beim Verzehr der Eier! Der Stall selbst ist mit allem ausgestattet, was das Hühnerherz begehrt: Schar­raum, Nester, Sitzstan­gen, Wasser und Futter. Es reicht, ein­mal wöchentlich nachzufüllen. Das Öffnen und Schlie­ßen der Ausgänge und der Nester geschieht automatisch.

Mittlerweile gibt es in Deutschland > 300 Hühnermo­bi­le, alleine im Jahr 2013 wurden 120 verkauft. Dank der positiven Erfahrungen der Bauern wird mit einem weiteren starken Anstieg der Nachfrage ge­rechnet: Die Hühner sind wesentlich gesünder als in herkömmlichen Ställen, die Kunden sind begeistert und daher die Akzeptanz im Dorf ausgezeichnet. So lassen sich auch die Eier zu einem angemessenen, guten Preis regional vermarkten  Mittlerweile wird so­gar ein HühnerMobil für Masthühner angeboten.

In Hessen ist es seit kurzem nicht mehr nötig, eine Baugenehmigung für das Auf­stellen eines HühnerMobils zu erwirken, eine Er­leich­terung, die hoffentlich auch bald von den übri­gen Bundesländern gewährt wird. Niedersachsen ist am Thema dran.                                               Karin Ulich

Weitere Informa­tionen: Stallbau Iris Weiland e.K.,

37242 Bad Soden-Allendorf,

Tel.: 05652919380, www.huehnermobil.de

 

Wir freuen uns, dass...

... Frischfleisch von Schwein, Ziege, Schaf und Geflügel ab 1. 04. 2015 einen europaweit einheitlichen Abstammungsnachweis bekommt. Dann muss deklariert werden, wo die Tiere vorwiegend aufgezogen und geschlachtet wurden. Das EU-Parlament stimmte am 6. Februar für die Erweiterung der Angaben auf den Geburtsort und jede Station in der Aufzucht- und Mastphase. Doch dieses Votum ist für die Kommission nicht bindend.

...sich immer mehr EU-Politiker gegen die von der Kommission geplante industriefreundliche Saatgutverordnung aussprechen, darunter der Agrar- und der Umweltausschuss. Das ist sicher einer Petition und Informationskampagne mehrerer Organisationen zu verdanken. Es besteht Hoffnung, dass diese Verordnung gestoppt wird, die Saatgut noch mehr zur Verfügungsmasse weltweit agierender Konzerne, darunter Monsanto, machen würde. Schon jetzt besitzen sie die Rechte über etwa 80% der Nutzpflanzen. Die Grünen/EFA haben in der Studie „Konzentrationen von Marktmacht auf dem EU-Saatgutmarkt“ nachgewiesen, dass beispielsweise beim Gemüse fünf Konzerne bereits jetzt schon über 95% des Saatguts verfügen. Quelle: Martin Häusling EU

... die Deutsche Bahn ab März 2014 in den Bordrestaurants das erste vegane Pastagericht anbieten und bei künftigen Produktentwicklungen verstärkt darauf achten wird, ob sich die Gerichte vegan produzieren lassen. Beharrliches Nachfragen durch die Albert-Schweitzer-Stiftung und vieler Einzelpersonen führte zu dieser erfreulichen Entwicklung. Quelle: Albert-Schweitzer-Stiftung

...Indien ab Februar 2014 Tierversuche für Haushaltsartikel verbietet. Beharrliche Kampagnenarbeit von PETA war diesem Erfolg vorausgegangen. Auch in Israel sind Tierversuche für Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel verboten. Quelle: PETA

...seit Jahresbeginn den Moschusenten in Niedersachsen nicht mehr die Schnäbel verstümmelt werden dürfen. Die Umsetzung dieser Vorgabe setzt strenge Kontrollen voraus. Da in Massentierhaltung auf Drahtrosten gehaltene Enten häufig Kannibalismus entwickeln, kann das nur funktionieren, wenn die Tierhaltung artgerechter wird. Tierfreunde werden dennoch kein Entenfleisch konsumieren: Nur Freilandhaltung mit Schwimmgelegenheit ist wirklich artgerecht. Davon ist auch Niedersachsen noch weit entfernt. Quelle: AgfaN

...PETA mit ihrem Undercover- Film über die entsetzliche Haltung und qualvolle Rupfung der Angora-Kaninchen in China (90% der Angorawolle kommt von dort) erreicht hat, dass zahlreiche Modehäuser „vorerst“ keine Angoraprodukte mehr produzieren lassen. Hoffentlich bleiben sie dabei! Quelle: PETA

... die Stadt West-Hollywood den Verkauf von Pelzbekleidung, darunter auch Hüte, Schals und pelzbesetzte Mode, verboten hat. Quelle: Tiroler Tageszeitung online

... massiver internationaler Protest von Tierschützern im Vorfeld dafür gesorgt hat, dass zur Eröffnung der Olympiade in Sotschi nun doch kein Delfin gezwungen wurde, die Olympiafackel zu tragen. Quelle: Pro Wildlife

... die Staatsanwaltschaft Gera im Handeln der Tierschützer von der Tierschutzorganisation Animal Rights Watch (Ariwa), die im Oktober heimlich in der Schweinemastanlage Thiemendorf filmten, kein rechtswidriges Handeln sieht. Sie hat nun von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Hausfriedensbruch abgesehen. Ausschlaggebend war der rechtfertigende Notstand nach Paragraph 34 des Strafgesetzbuches, dass der­jenige nicht rechtswidrig handelt, der eine Tat begeht, um eine Gefahr für sich oder andere abzu­wenden. Quelle: Ariwa 6.2.14

... der deutsche Einzelhandel den Verkauf von Nerzöl gestoppt hat. Nach dem Ausstieg der Drogerieketten DM und Rossmann folgten die Firmen Fressnapf, Müller, Rewe und viele andere, dann wendeten sich die Hersteller der Produkte von dem Kadaveröl aus der Pelzindustrie ab. Über 20.000 Geschäfte verzichten nun auf Nerzöl, ein großer Schlag für die Pelzindustrie, die auf die Profite mit dem lukrativen Kadaveröl setzt. Zu diesem Erfolg ein nur 9 Monaten Kampagnenarbeit  gratulieren wir herzlich der SOKO Tierschutz e.V.! Quelle Soko Tierschutz 10.1.14

... ein Gericht in der Provinz Aceh im Norden von Sumatra ein deutliches Zeichen gegen die illegale Brandrodung der Regenwälder setzt: Es verurteilte die Palmölfirma PT Kallista Alam zu einer Geldstrafe von umgerechnet 9,4 Millionen US-Dollar sowie zu 21 Millionen Dollar für die Wiederaufforstung des zerstörten Tripa-Torfwaldes. Schon seit 2011 kämpften Bewohner und Umwelt-Organisationen um dieses Naturschutzgebiet.  Quelle: Rettet den Regenwald

... kritische Briefe von Tierschützern die Schweizer Firma Casa del Mas AG dazu bewogen haben, den Besuch einer Kampfstierzucht aus ihrem Reiseangebot zu streichen. Vorher war folgende Werbung in der Reisebeschreibung zu finden: „...Die kleine Stierkampfarena wird für Demonstrationen und private Stierkämpfe verwendet. Der Chef der Finca ist selbst Torero und wird Ihnen Interessantes über den Stierkampf erzählen...“ Das wird er dank wacher Tierschützer nun nicht. Solche Erfolge beweisen: Es lohnt sich, Briefe zu schreiben!

 

Gesundheit - Kurzmeldungen:

 

Wochenlang wurden die Mitarbeiter auf der McDonalds- Homepage in Amerika gewarnt, dass Cheeseburger und Pommes ungesund seien! Das Echo waren Spott in der Presse und Ärger. Mit der Entschuldigung, eine externe Firma betreue die Homepage und habe auf veraltete Daten zurückgegriffen, wurde der Text schließlich entfernt Quelle: DPA

 

Die ungesunden Transfette, die durch unvollständiges Härten und starkes Erhitzen ungesättigter Fettsäuren entstehen, sind in einigen Staaten der USA bereits in Gaststätten und Imbissstuben verboten.  Nun will die Gesundheitsbehörde der USA ein landesweites Verbot auf den Weg bringen. In Europa gibt es bereits Grenzwerte in Dänemark, Belgien und Österreich. Transfette erhöhen den Cholesterinspiegel im Blut, der für „Arterienverkalkung“ und damit Herz- Kreislaufkrankheiten Vorschub leistet.

Quelle: DPA

 

Das EU-Parlament hat sich am 6. Februar mit großer Mehrheit für eine klare Herkunftskennzeichnung von Fleischerzeugnissen ausgesprochen. Das Parlament fordert, dass der Ort der Geburt, der Aufzucht und der Schlachtung auf den Endprodukten aufgeführt werden müssen. Mit dieser Transparenz ließen sich Lebensmittelskandale gezielt aufklären. Nun ist die Kommission aufgefordert, die Durchführungsbestimmungen entsprechend zu ändern.

Quelle EU-Pressesprecher der Grünen / EFA M. Häusling

Anmerkung: Nach dem Pferdefleischskandal vor einem Jahr und diversen Gammelfleischskandalen wurde politisch bisher nämlich noch gar nichts geändert!

 

Kann man Alzheimer vorbeugen?

Neben viel Bewegung, der aktiven Pflege sozialer Kontakte und vielseitigen geistigen Herausforderungen gilt auch die Ernährung als Schlüssel, um Alzheimer vorzubeugen: In einer Langzeitstudie in New York erwies sich die traditionelle mediterrane Küche als äußerst positiv: Viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide, dazu Olivenöl, Nüsse und nur wenig Fleisch. Ein Überschuss an Eiweiß kann der Entwicklung von Alzheimer Vorschub leisten. Omega-3-Fettsäure (in Leinöl enthalten), sowie die Vitamine Folsäure (u.a. in Gemüse, Obst und Vollkorn enthalten), B6 und B12 (in Fleisch - es reicht, selten kleine Mengen zu verzehren) helfen beim Abbau schädlicher Stoffwechselprodukte. Wichtig sind auch die „Fänger der freien Radikale“, die Vitamine C und A (ausreichend in Gemüse und Obst). Quelle: Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Gesunde vegane Ernährung: 7 Regeln

  • Am wichtigsten: So abwechslungsreich wie möglich ernähren
  • Vitamin B12 als Nahrungsergänzung nehmen, im Winter eventuell Vitamin D (Entweder veganes Vitamin D2 oder Vitamin D3 aus veganer Quelle)
  • Vitamin-C-haltige Getränke zu den Mahlzeiten, um die Eisenaufnahme zu optimieren
  • Raffinierten Zucker und Weissmehl/Auszugsmehl meiden
  • Zusätzliche Fette/Öle nur in geringen Mengen (Herzkranke sollten auf zusätzliche Fette/Öle völlig verzichten), dies gilt aber nicht für vegane Kleinkinder
  • Industriell verarbeitete Nahrungsmittel eher selten konsumieren
  • Frische Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte bevorzugen

Quelle: Dr. med. Ernst Walter Henrich, Provegan

Tiere im Recht

 

In Großbritannien hat die zuständige Veterinärbehörde einen Hund seinem Besitzer weggenommen, weil ihm die Krallen im Bogen in die Ballen eingewachsen waren, was eine schwere Entzündung ausgelöst hat. Weil er dem Hund  unnötiges Leid zugemutet hatte,  musste er für vier Wochen ins Gefängnis. Mindestens fünf Jahre lang darf er keine Tiere halten.             Quelle: VetImpulse

 

In Deutschland ist es eher selten, dass es geahndet wird, wenn Tiere vernachlässigt werden und leiden.

Anders lief es Anfang Februar in Kempten: Eine 19-jährige, die ein Chamäleon hielt, weigerte sich, zum Tierarzt zu gehen, als es krank wurde. Auf den Hinweis eines Tierarztes hin schritt der Amtstierarzt ein und überzeugte die Frau mit einiger Mühe, das Chamäleon behandeln zu lassen. Es litt unter anderem unter Legenot, was qualvoll ist und zum Tode führen kann. Die Halterin sieht sich nun einer Strafanzeige wegen „fehlender Sachkunde“ zur Haltung eines Chamäleons ausgesetzt und muss unter anderem mit einem Tierhalteverbot rechnen.

Dieses Beispiel möge Schule machen – es würde vielen Tieren das Leben erleichtern!

Quelle: Augsburger Zeitung

 

Heimliches Filmen im Gut Thiemendorf nicht illegal

 

Die Staatsanwaltschaft Gera sieht im Handeln der Tierschützer, die im Oktober heimlich in der Schweinemastanlage Thiemendorf filmten, kein rechtswidriges Handeln und leitet kein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch ein. Damit sind sowohl die Selbstanzeige der Tierschützer als auch die Anzeige des Betreibers der Anlage, der Heideland Gutsverwaltung, auf Hausfriedensbruch hinfällig.

Nach der Veröffentlichung des Materials im November war es zu umfangreichen Ermittlungen durch die Behörden in dem Betrieb gekommen, die noch andauern. Es wurden dabei schwere Rechtsverstöße und Tierquälerei festgestellt, die zuvor bei routinemäßigen Kontrollen nicht auffielen.

In einer Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft Gera hatten die Tierschützer erklärt, die Anlage nachts ohne Einwilligung des Betreibers betreten zu haben, weil es sonst keine Möglichkeit gegeben habe, die Zustände aufzudecken. Normale Veterinäramtskontrollen seien angekündigt und könnten bei großen Betrieben in der Regel nur in einem kleinen, oftmals vorbereiteten Teil durchgeführt werden.

"Dieses Ergebnis haben wir erhofft und erwartet", sagte Wolfgang Siebert von Ariwa. Die Staatsanwaltschaft begründete die Verfahrenseinstellung mit dem Verweis auf Paragraph 152, Absatz 2. Demnach ist nur dann staatsanwaltlich einzuschreiten, wenn tatsächliche Anhaltspunkte für eine Tat vorliegen und gesetzlich nichts anders bestimmt ist. "Hier überwiegt der rechtfertigende Notstand nach Paragraph 34 des Strafgesetzbuches", erklärte Siebert. Demnach handelt derjenige nicht rechtswidrig, der eine Tat begeht, um eine Gefahr für sich oder andere abzuwenden.

 

Das entsetzliche Martyrium

der Angora-Kaninchen

 

Einen Sturm der Entrüstung hat ein Undercoverfilm von PETA im November ausgelöst. Zum ersten Mal wurde der Öffentlichkeit das grausame Lebend-Rupfen in asiatischen Farmen gezeigt. Die in Textilien verarbeitete Angorawolle in Europa stammt größtenteils aus China. Nun beeilten sich die Warenhausketten H&M und C&A, die weitere Produktion von Kleidungsstücken, die Angorawolle enthalten, erstmal zu stoppen. Doch oft wissen die Modehändler gar nicht, wieweit die Wolle mit Angora vermischt ist, behauptet ein Sprecher des „Bundesverbands des deutschen Textileinzelhandels“. Immerhin durften H&M-Kunden gekaufte Angora-Pullis umtauschen.

 

Das sollte nicht sein:

Pelzbesatz statt Kunstfaser

 

Es ist oft schwierig, Echtpelz von Webpelz zu unterscheiden, weshalb ich dringend empfehle, auch keinen Webpelz oder Webpelzbesatz zu kaufen. Da die Käfighaltung von Pelztieren in Asien boomt, wird Tierpelz oft billiger verramscht als Webpelz.

Beispiele für Kundentäuschung:

1. Deichmann hat Ärger: Die Tierschutz-Organisation Animals´Liberty hat bei Labortests festgestellt, dass statt Webpelz echter Tierpelz in einer Schuhmarke (Graceland, Kollektion Winter 12/13) verarbeitet worden war. Deichmann distanziert sich schon länger von der Verwendung echter Pelze und zog nun dieses Modell zurück.

 

2. Auch beim Verkauf der Strickmützen mit den „Katzenfellbommeln“ bei Müller und Tom Tailor wurde behauptet, der Bommel sei nicht aus Tierpelz. Diese Mützen wurden erst aus den Regalen entfernt, als Tierschützer der Organisation Animal´Liberty nachgewiesen hatten, dass es sich um Katzenfell handelte. Seit Jahren ist es verboten, Hunde- und Katzenfelle in die EU zu importieren. Eigene Untersuchungen der Unternehmen haben nun zwar ergeben, dass es zwar Kaninchenfell war – was ebenfalls von sensiblen, gequälten Tieren stammte, und nicht aus Kunstfasern!

Quelle: Westallgäuer Zeitung

 

Zitate:

          -  Thomas Mann: „Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“

           -  Erich Kästner (Das fliegende Klassenzimmer):   „An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert.“ 
             -  Captain Paul Watson, Seashepherd: „Wir befinden uns mitten in einer Periode des großen Artensterbens, dennoch sind die meisten Menschen blind dafür. Sie sind so beschäftigt mit ih-
rem trivialen Zirkus, den anthropozentrischen Zeitvertreiben, Sport, Kunst, Klatsch, Politik, Wein, Essen und Unterhaltung. Die Menschen fiedeln, während die Erde brennt.“ 

 

Buchtipps:

“Artgerecht ist nur die Freiheit” von Hilal Sezgin   Die bekannte und engagierte Philosophin und Journalistin geht in ihrem Buch nicht nur auf die Fragen nach den Rechten der Tiere und unserer menschlichen moralischen Pflichten ein. Sie beleuchtet auch die Folgen, die unser Alltagsleben auf die Tiere hat und führt zu der Erkenntnis, dass sich unser Verhältnis zu den Tieren ändern muss und damit auch unser Lebensstil.           C.H. Beck, München 16,95€

„Persönlichkeitsrechte für Tiere“ von Karsten Brensing Unterhaltsam und spannend werden an vielen beeindruckenden Beispielen aus der Verhaltenskunde Tierpersönlichkeiten vorgestellt. Sozialverhalten, Kommunikation, Mitgefühl, strategisches Planen und weitere als typisch menschlich angesehene Eigenschaften führen zu der Frage, ob Tieren nicht Persönlichkeitsrechte zugestanden werden müssen. Verlag Herder, 17,99 €

„Kritischer Agrarbericht 2014 – Schwerpunkt: Tiere in der Landwirtschaft“ Agrarbündnis e.V. Wer die Verflechtungen und die Realität des Agrarbusiness und die Folgen verstehen und sich nicht von den verlogenen Sprüchen der Lobby, unserer Politiker und unbedarfter Medien abspeisen lassen will, wird dankbar sein, dass auch dieses Jahr  wieder engagierte Fachleute ihr Wissen im Agrarbericht zur Verfügung stellen. AbL Verlag Hamm 22,00 € zuzügl. Porto

 

 

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