Wir freuen uns über...

 

Umweltministerin Barbara Hendricks!

 

Heute freue ich mich, ein Loblied auf die mutigste, engagierteste amtierende Ministerin singen zu können, unsere Bundes-Umweltministerin!

Ohne Rücksicht auf die eigene Haut hat sie sich entschlossen gegen die Agrarindustrie, gegen Glyphosat und Massentierhaltung gestellt mit den Mitteln, die ihrem Ministerium zur Verfügung stehen.

Über die geplante Änderung des Baurechts haben wir in Heft 61 berichtet.  Wenn das Landwirtschaftsministerium mit ihr an einem Strang ziehen würde, wie es nach wissenschaftlichen Expertisen, selbst aus dem eigenen Hause, (Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats vom März 2015: „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“), dann würde die Agrarwende nicht mehr aufzuhalten sein. Doch dem ist leider nicht so. Landwirtschaftsminister Schmidt hat sich ins Heer der Agrarindustrie eingereiht, das vom Bauernverband angeführt wird. Dieses Heer speit Feuer und verschießt schmutzige Munition, was das Zeug hält. Ministerin Hendricks steht fest im Sturm, aber die Verunglimpfungskampagne angesichts der Bauernsprüche – zu finden im Internet unter:   (http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/tagesgespraech/bauernregeln-barbara-hendricks-kampagne-100.html ) ließ sie schließlich doch nachgeben: sie entschuldigte sich bei den Bauern, die sich beleidigt fühlten und stoppte die Kampagne. Dennoch hat sie ein wichtiges Ziel erreicht: Das Thema Massentierhaltung rauschte ausgiebig durch den Mediendschungel und wurde so intensiv diskutiert wie schon lange nicht mehr. Für die Poster- und Postkartenaktion mit den humorvollen Sprüchen hatte Hendricks 1,6 Mio.€ zur Verfügung gestellt, was der Steuerzahlerbund kritisierte. Schmidt dagegen will 17 Mio. € für die Bewerbung seines geplanten, bisher völlig substanzlosen, freiwilligen Tierschutzlabels ausgeben – was sagt der Steuerzahlerbund eigentlich dazu?

Nun schäumt Schmidt übrigens schon wieder gegen seine Kollegin: Sie wird bei Veranstaltungen in ihrem Ministerium künftig vegetarische Biokost anbieten, was er für Bevormundung hält. Doch wie sollen wir es nennen, dass er die Schulen zwingen will, Schweinefleisch zu servieren?

Hendricks ist Ministerin der SPD. Wir müssen Martin Schulz fragen, welche Rolle er ihr zuteilt, wenn die SPD auch in der nächsten Legislaturperiode mitregiert. Wird er sie in der Versenkung verschwinden lassen? Oder sie zur Weiterarbeit ermutigen, zusammen mit einem ebenfalls mutigen, Landwirtschaftsminister, wie den Grünen  Christian Meyer, der zurzeit das Amt in Niedersachsen inne hat?

Wir wünschen auf jeden Fall Frau Hendricks weiterhin ein starkes Rückgrat, ein dickes Fell und viel Erfolg.

Und sagen herzlich Dankeschön für ihre Arbeit! Karin Ulich

 

Das Deutsche Tierschutzbüro führt die Kampagne inzwischen dankenswerterweise auf eigene Kosten weiter:

http://neue-bauernregeln.com/

Als Leserbrief schickte ich folgende Verse an die Schwäbische Zeitung, die sie allerdings nicht abdruckte, weil „Leserbriefe in Gedichtform nicht angenommen würde.“ Na, dann eben bei Tier & Mensch!  

 

Agrarindustrie – gnadenloser Kampf um Pfründe

 

Ein Minister im Amt

Der „auf´s Schärfste verdammt“,

dass seine Kollegin Hendricks, in der Sache korrekt,

mit Versen die Bauern aus der Starre weckt,

benimmt sich toll wie Donald Trump – er trumpt.

Und was tut einer wie der Haug in Stuttgart,

der wütend und knallhart

ihren Rücktritt wegen ihrer Verse fordert?

Kann man dem vertrau´n,

oder sollte man lieber ihn vom Sattel haun?

 

Nicht die Bauern greift die Umweltministerin an,

doch das System, das nicht mehr kann!

Die Subventions-gemästete Agrarindustrie

Hat das Leben zerstört vom Vieh.

Auch Bauern, Boden, Klima und Wasser

leiden schwer und immer krasser!

Bauern und Bürger haben´s längst entdeckt.

 

Landwirtschaftsminister und Bauernverband

Hätten die Wende in der Hand.

Doch sie fühlen sich verschreckt –

sind leider nur Konzern-Vasallen.

Das lassen wir uns nicht gefallen!

Karin Ulich


 

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